KIEW (dpa) — Mehr als drei Monate dauert der russi­sche Angriff auf die Ukrai­ne bereits. Vor allem im Donbass wird heftig gekämpft. Die Entwick­lun­gen im Überblick.

Im Krieg gegen die russi­schen Invasi­ons­trup­pen hat die Ukrai­ne den Westen erneut mit Nachdruck zur weite­ren Liefe­rung schwe­rer Waffen aufgerufen.

Berater von Präsi­dent Wolodym­yr Selen­skyj nannten konkret Mehrfach­ra­ke­ten­wer­fer und Antischiffs­ra­ke­ten. Damit ließe sich auch die Blocka­de ukrai­ni­scher Häfen durch­bre­chen, hieß es. Der (heuti­ge) Sonntag ist bereits der 95. Kriegs­tag. Russland hatte das Nachbar­land Ukrai­ne am 24. Febru­ar angegriffen.

Selen­skyj fordert Einstu­fung Russlands als Terrorstaat

Der ukrai­ni­sche Präsi­dent Wolodym­yr Selen­skyj warf Russland eine Politik des Terrors vor. «Ich werde die Welt immer wieder daran erinnern, dass Russland endlich offizi­ell als Terror­staat, als Förde­rer des Terro­ris­mus, anerkannt werden muss», sagte Selen­skyj in einer Video­an­spra­che. Er wolle sich zu Wochen­be­ginn an die Teilneh­mer des EU-Sonder­gip­fels in Brüssel wenden und auch darüber sprechen.

«Über den Terror, der heute tatsäch­lich die einzi­ge Form des Handelns des russi­schen Staates gegen Europa gewor­den ist», sagte der Präsi­dent. «Terror auf dem Gebiet der Ukrai­ne. Terror auf dem Energie­markt in Europa, nicht nur in unserem Land. Terror auf dem Lebens­mit­tel­markt, und zwar weltweit. Und welcher Terror wird als nächs­tes kommen?» Nur gemein­sam könnten die Europä­er die Politik eines solchen Staates stoppen, beton­te er.

Militär­ex­per­te Masala: «Es läuft» für Putin

Der russi­sche Präsi­dent Wladi­mir Putin sieht nach Einschät­zung des Polito­lo­gen und Militär­ex­per­ten Carlo Masala derzeit keinen Grund zu Verhand­lun­gen mit der Ukrai­ne. Putin werde erst dann ernst­haft zu verhan­deln begin­nen, wenn er befürch­ten müsse, durch eine Fortfüh­rung des Krieges mehr zu verlie­ren als zu gewin­nen, sagte Masala, Profes­sor für Inter­na­tio­na­le Politik an der Univer­si­tät der Bundes­wehr in München, der Deutschen Presse-Agentur. Genau das aber sei derzeit nicht der Fall. «Es läuft für ihn. Von daher gibt es überhaupt keinen Anreiz, sich in diese Verhand­lun­gen hineinzubegeben.»

Ukrai­ne: Brauchen Mehrfachraketenwerfer

Selen­skyj-Berater Mycha­j­lo Podol­jak forder­te den Westen zur Liefe­rung moder­ner Mehrfach­ra­ke­ten­wer­fer mit hoher Reich­wei­te auf. «Wenn der Westen wirklich den Sieg der Ukrai­ne will, ist es vielleicht Zeit, uns MLRS zu geben?», fragte er auf Twitter. MLRS sind in den USA herge­stell­te Artil­le­rie­sys­te­me. «Es ist schwer zu kämpfen, wenn man aus einer Entfer­nung von 70 Kilome­tern angegrif­fen wird und nichts hat, womit man sich wehren kann», meinte Podol­jak. Die US-Regie­rung zieht einem Medien­be­richt zufol­ge in Erwägung, Mehrfach­ra­ke­ten­wer­fer in die Ukrai­ne zu schicken.

Präsi­den­ten­be­ra­ter Olexij Aresto­witsch sprach sich für Liefe­run­gen von Raketen vom Typ Harpoon aus, mit denen Schif­fe angegrif­fen werden können. Damit könnte die Ukrai­ne die russi­sche Blocka­de der Seehä­fen durch­bre­chen, wurde Aresto­witsch von der Agentur Unian zitiert.

Ukrai­ne: Sanktio­nen nicht ursäch­lich für Nahrungsmittelkrise

Die Ukrai­ne wider­sprach Russland erneut mit Nachdruck, dass westli­che Straf­maß­nah­men gegen Moskau der Grund für die aktuel­le mangeln­de Lebens­mit­tel­si­cher­heit in der Welt seien. «Sanktio­nen gegen Russland haben nichts mit der sich abzeich­nen­den globa­len Nahrungs­mit­tel­kri­se zu tun», teilte Außen­mi­nis­ter Dmytro Kuleba per Twitter mit. «Der einzi­ge Grund für Engpäs­se, steigen­de Preise und drohen­den Hunger ist, dass das russi­sche Militär 22 Millio­nen Tonnen ukrai­ni­scher Lebens­mit­tel­ex­por­te in unseren Seehä­fen physisch blockiert», beton­te Kuleba. Der Westen müsse Russland zum Ende der Blocka­de bringen.

Erst am Samstag hatte der russi­sche Präsi­dent Wladi­mir Putin bei einem Tele