BERLIN (dpa) — Ist die Forde­rung nach Liefe­rung deutscher Kampf­pan­zer an die Ukrai­ne vergleich­bar mit dem «V2-Syndrom der Deutschen» in der Nazi-Zeit? Kanzerl­amts­chef Schmidt sieht dies so — und erntet Kritik.

Im Ringen um eine Liefe­rung von Kampf­pan­zern an die Ukrai­ne ist Kanzler­amts­chef Wolfgang Schmidt mit einem Nazi-Vergleich in die Kritik geraten. «Was geht eigent­lich im Kopf dieses Mannes vor, einen solchen Vergleich zu ziehen, der Leopard sei das V2-Syndrom der Deutschen», sagte der CDU-Vorsit­zen­de Fried­rich Merz am Samstag bei einer Partei­ver­an­stal­tung in Villingen-Schwenningen.

Solche Äußerun­gen schür­ten in der Welt Zweifel an der Klarheit und Zuver­läs­sig­keit der deutschen Politik. Merz forder­te Kanzler Olaf Scholz (SPD) auf, klarzu­stel­len, dass es nicht das Denken der Bundes­re­gie­rung sei, einen solchen «Unsinn» weiterzugeben.

Die FDP-Politi­ke­rin Marie-Agnes Strack-Zimmer­mann sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Ich biete Wolfgang Schmidt kolle­gi­al an, ihn mal in die kleine Waffen­kun­de einzu­füh­ren. Dann würde er auch schnell merken, dass nicht nur der Vergleich mit NS-Waffen völlig deplat­ziert, sondern auch schlicht­weg falsch ist.»

Nazi-Vergleich auf Diskussionsveranstaltung

Der SPD-Politi­ker Schmidt hatte am Donners­tag bei einer auf Englisch geführ­ten Diskus­si­ons­ver­an­stal­tung in Berlin die Regie­rungs­po­si­ti­on vertei­digt, der Ukrai­ne keine Kampf­pan­zer für den Abwehr­kampf gegen Russland zu liefern. Unter anderem verglich er dabei die Rufe nach deutschen Leopard‑2 mit Hoffnun­gen, die Nazi-Deutsch­land in die von der Propa­gan­da als «Wunder­waf­fe» bezeich­ne­te V2-Rakete setzte.

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