Wegen der Reise­war­nung für fast ganz Spani­en haben Anbie­ter ihre Reisen nach Mallor­ca abgesagt. Aus der Branche kommt Kritik, Restau­rant- und Hotel­be­trei­ber auf der Insel sind verzwei­felt.

«Es ist wichtig, dass Urlau­ber Klarheit über ihre Reise­mög­lich­kei­ten haben. Dafür ist es notwen­dig, dass zwischen diffe­ren­zier­ten Reise­hin­wei­sen und Reise­war­nun­gen ganz klar unter­schie­den wird.»

Auch Branchen­pri­mus Tui bedau­er­te, dass es eine Reise­war­nung für ganz Mallor­ca gebe statt für die Stadt Palma oder regio­nal betrof­fe­ne Orte der Insel. «Viele Gäste melden sich bei uns und möchten bleiben», sagte ein Tui-Sprecher. Im Hotel oder auf einer Finca auf dem Land seien sie weit entfernt von Partys. Der Veran­stal­ter bittet seine Gäste, in den nächs­ten sieben Tagen die Rückrei­se anzutre­ten. Tui hat Reisen nach Mallor­ca zunächst bis zum 24. August abgesagt.

Auf der Urlaubs­in­sel demons­trier­ten Unter­neh­mer und Angestell­te der krisen­ge­schüt­tel­ten Touris­mus­bran­che für mehr Unter­stüt­zung. In der Stadt Calvià hielten mehre­re Dutzend Teilneh­mer Trans­pa­ren­te mit Aufschrif­ten wie «Wenn Corona uns nicht tötet, bringt uns der Hunger um», «Wir lieben Touris­ten» oder «Wir haben ein Recht auf Arbeit» hoch, wie die Zeitung «Diario de Mallor­ca» berich­te­te. Unter anderem forder­ten sie eine Ermäßi­gung der Müllge­büh­ren und der Grund­steu­er sowie staat­li­che Behil­fen zu laufen­den Kosten wie Miete und Wasser. Viele Inhaber von Lokalen und Hoteliers fürch­ten den wirtschaft­li­chen Ruin, weil nun kaum noch Urlau­ber kommen.

Bei DER Touris­tik gilt der Stopp für das spani­sche Festland und die Lieblings­in­sel der Deutschen bis vorerst 21. August. Gäste vor Ort können entschei­den, ob sie frühzei­tig die Heimrei­se antre­ten oder den Urlaub fortset­zen wollen. Nicht betrof­fen sind die Kanari­schen Inseln, für die es keine Reise­war­nung gibt.

Auch die FTI Group lässt Pauschal­ur­lau­bern die Wahl, ob sie vorzei­tig die Heimrei­se antre­ten möchten. «Viele Gäste haben sich aber dafür entschie­den, ihren Urlaub wie geplant fortzu­set­zen», sagte der Geschäfts­füh­rer der FTI Group, Ralph Schil­ler. «Die erneu­te Reise­war­nung für das spani­sche Festland und die Balea­ren trifft Urlau­ber, Hoteliers und natür­lich auch uns als Veran­stal­ter hart», sagte er. Der Veran­stal­ter hat zunächst Reisen nach Mallor­ca bis zu diesem Diens­tag (18. August) abgesagt. An dem Tag soll das weite­re Vorge­hen überprüft werden.

Alltours lässt die Kunden entschei­den, wie sie vorge­hen möchten. «Wir überlas­sen es den Kunden, ob sie ihren Urlaub auf Mallor­ca verbrin­gen möchten», hatte Alltours-Inhaber Willi Verhu­ven am Wochen­en­de gesagt. Er verwies auf Äußerun­gen von Außen­mi­nis­ter Heiko Maas, wonach eine Reise­war­nung kein Reise­ver­bot sei. Im Allge­mei­nen sagen Veran­stal­ter geplan­te Pauschal­rei­sen nach einer Reise­war­nung ab.

Die Lufthan­sa hält unter­des­sen mit der Tochter Eurowings ihr Mallor­ca-Angebot von 180 Flügen aus Deutsch­land pro Woche aufrecht. Es gebe weiter­hin genug Nachfra­ge von Menschen, die reisen wollten oder gar müssten, sagte ein Unter­neh­mens­spre­cher.

Europas größter Billig­flie­ger Ryanair fährt sein Flugan­ge­bot wegen steigen­der Corona-Infek­ti­ons­zah­len in Spani­en und anderen Ländern wieder zurück. Die Voraus­bu­chun­gen seien in den vergan­ge­nen zehn Tagen deutlich gesun­ken, teilte das Unter­neh­men am Montag in Dublin mit. Im Septem­ber und Oktober werde Ryanair deshalb die angebo­te­ne Flugka­pa­zi­tät um 20 Prozent kappen. Betrof­fen seien vor allem Flüge in die Länder Spani­en, Frank­reich und Schwe­den, für die verschie­de­ne Regie­run­gen die Reise­be­schrän­kun­gen zuletzt verschärft haben.

Nachdem das Auswär­ti­ge Amt wegen hoher Corona-Zahlen am Freitag fast ganz Spani­en einschließ­lich Mallor­cas — mit Ausnah­me der Kanaren — zum Risiko­ge­biet erklärt hatte, sagte Tui alle Pauschal­rei­sen dorthin ab. Den Kunden werden Umbuchun­gen angebo­ten.