Eigent­lich wollte Kultus­mi­nis­te­rin Eisen­mann schon am Montag wieder mehr Kinder in die Schulen zurück­ho­len. Jetzt dauert es doch noch eine Woche länger und bleibt auf die Klassen 1 bis 6 begrenzt. Aber auch dagegen rühren sich Proteste.

STUTTGART (dpa/lsw) — Baden-Württem­berg geht am 15. März den nächs­ten Öffnungs­schritt bei den Schulen im Land und lässt auch Fünft- und Sechst­kläss­ler nach dem wochen­lan­gen Corona-Lockdown zurück­kom­men. Zudem sollen die Grund­schu­len nach drei Wochen Wechsel­un­ter­richt ebenfalls am 15. März wieder zum Regel­be­trieb überge­hen, wie Minis­ter­prä­si­dent Winfried Kretsch­mann (Grüne) und Kultus­mi­nis­te­rin Susan­ne Eisen­mann (CDU) am Donners­tag in Stutt­gart mitteil­ten. Die Schüler der Mittel­stu­fe bleiben bis zu den Oster­fe­ri­en im Fernun­ter­richt. Eisen­mann erklär­te, danach sollen weite­re Jahrgän­ge in die Schule zurück­keh­ren können, «sofern es die Infek­ti­ons­la­ge zulässt». Die Abschluss­klas­sen sollen — wie bisher schon — weiter im Wechsel unter­richt werden.

Mit den Öffnungs­schrit­ten einig­ten sich Kretsch­mann und Eisen­mann auf einen Kompro­miss. Die CDU-Spitzen­kan­di­da­tin hatte ursprüng­lich darauf gedrun­gen, schon am kommen­den Montag die weiter­füh­ren­den Schulen schritt­wei­se wieder zu öffnen. Kretsch­mann hatte sich dagegen skeptisch gezeigt, ob es so schnell gelin­gen kann, die Öffnung der Schulen mit genügend Schnell­tests bei Schülern abzusi­chern. Während die Gewerk­schaft GEW den Schritt mit genügend Tests für verant­wort­bar hält, zeigte sich der Philo­lo­gen­ver­band entsetzt. Eine Öffnung sei angesichts der wieder steigen­den Infek­ti­ons­zah­len «fahrläs­sig», sagte Verbands­chef Ralf Scholl der Deutschen Presse-Agentur.

Kretsch­mann erklär­te am Donners­tag: «Wir wollen Grund­schü­lern jetzt mit dem Regel­be­trieb unter Pande­mie­be­din­gun­gen ein Stück ihres norma­len Schul­all­tags zurück­ge­ben. Das ist pande­misch verant­wort­bar, weil die Schüler in kleinen Klassen und festen Gruppen sind.» Zudem gebe es mit der Öffnung der 5. und 6. Klassen «den nächs­ten vorsich­ti­gen Schritt». Der Grünen-Politi­ker ergänz­te: «Mit den Möglich­kei­ten zu verstärk­tem Testen haben wir ergän­zend zu den bestehen­den Vorsichts­maß­nah­men ein zusätz­li­ches Sicher­heits­netz, das die Schrit­te begleitet.»

Eisen­mann bekräf­tig­te, der Präsenz­un­ter­richt sei durch nichts zu erset­zen. Für die Grund­schu­le gelte vom 15. März an, «dass der Präsenz­un­ter­richt in möglichst konstan­ten Gruppen (Kohor­ten­prin­zip) erfol­gen soll». Bei den Klassen 5 und 6 sollen alle Schüler ins Schul­ge­bäu­de kommen und unter Beach­tung der Hygie­ne­re­geln unter­richt werden. «Sport­un­ter­richt findet weiter­hin nicht statt», stell­te Eisen­mann klar. Eine Notbe­treu­ung werde für die Klassen 1 bis 6 nicht mehr benötigt — «für Klasse 7 hinge­gen wird es weiter das Angebot der Notbe­treu­ung geben».

Die Minis­te­rin erläu­ter­te, die Schrit­te seien «auch aus infek­tio­lo­gi­schen Gründen sinnvoll und richtig. Zahlrei­che Rückmel­dun­gen aus den Grund­schu­len zeigen, dass der aktuel­le Wechsel­be­trieb auch deshalb zu einer größe­ren Durch­mi­schung der Gruppen und zu mehr Kontak­ten führt, da gleich­zei­tig die Notbe­treu­ung ebenfalls in Anspruch genom­men wird. Das Prinzip der festen Gruppen lässt sich im einge­schränk­ten Regel­be­trieb eindeu­tig am besten gewährleisten».

Die Bund-Länder-Runde am Mittwoch hatte den Ländern bei der Frage weite­rer Schul­öf