STUTTGART (dpa/lsw) — Nach der lautstar­ken Kritik an langen Warte­zei­ten am Service­te­le­fon und an erfolg­lo­sen Termin­ver­ein­ba­run­gen für eine Impfung stellt das Land seine Strate­gie um. Nach Angaben von Gesund­heits­mi­nis­ter Manne Lucha (Grüne) wird vom kommen­den Montag an ein sogenann­tes Recall-System angebo­ten. Wer einen Termin haben wolle, werde dann regis­triert und bekom­me diesen später mitge­teilt. Anrufer müssten sich also nicht ein zweites Mal bemühen. Das System solle genutzt werden, solan­ge es einen Mangel an Impfstoff gebe, sagte Lucha am Diens­tag in Stuttgart.

Zu Beginn des zweiten Quartals werde sich die Lage entspan­nen, zeigte er sich zuver­sicht­lich. Details zum neuen System will die grün-schwar­ze Landes­re­gie­rung am kommen­den Freitag (5. Januar) vorstellen.

Recall-Syste­me werden in der Medizin und vor allem in Arztpra­xen bereits seit länge­rem vor allem als eine Art Wieder­vor­la­ge genutzt. Sie erstel­len unter anderem Erinne­run­gen für Auffrisch-Impfun­gen im Compu­ter und fordern Patien­ten recht­zei­tig zur Impfung auf.

Vor allem die Corona-Hotline 116 117 ist seit Wochen komplett überlas­tet, auch eine Termin­ver­ein­ba­rung ist schwer, zumal deutlich weniger Impfstoff zur Verfü­gung steht als erwar­tet. Minis­ter­prä­si­dent Winfried Kretsch­mann (Grüne) zeigte am Diens­tag Verständ­nis für die Kritik: «Ich verste­he natür­lich, dass das an den Nerven zehrt, wenn man keinen Termin bekommt, dass die Leute da gefrus­tet sind und teilwei­se wütend.» Es würden aller­dings teilwei­se 300 000 Anrufe in nur einer Stunde auf der zentra­len Hotline regis­triert. «Da ist es nicht vermeid­bar, dass man in der Warte­schlei­fe hängt.» Aus diesem Grund werde diese Strate­gie auch geändert.