ULM — Die Handwer­ke­rin­nen und Handwer­ker in der Vollver­samm­lung der Handwerks­kam­mer Ulm sehen den Richt­li­ni­en­ent­wurf zum EU-Liefer­ket­ten­ge­setz skeptisch. 

Zwar werden Handwerks­be­trie­be grund­sätz­lich vom Anwen­dungs­be­reich nicht erfasst, weil sie zumeist zu den kleinen und mittle­ren Unter­neh­men (KMU) mit bis zu 250 Beschäf­tig­ten gehören. Aber Handwerks­be­trie­be müssen von ihren direk­ten und indirek­ten Geschäfts­part­nern die Zusiche­rung einho­len, dass die Vorga­ben erfüllt werden. „Viele unserer Betrie­be profi­tie­ren nicht von der KMU-Ausnah­me“, sagt Joachim Krimmer, Präsi­dent der Handwerks­kam­mer Ulm. Bei den Nachweis- und Berichts­pflich­ten ist etwa zu erwar­ten, dass viele Betrie­be über die Vorga­ben der gelten­den Gesetz­ge­bung hinaus­ge­hen, um etwai­gen Haftungs­ri­si­ken und Straf­zah­lun­gen im Falle von Verstö­ßen vorzu­beu­gen. Deshalb macht sich die Handwerks­kam­mer Ulm dafür stark, dass die Ausnah­me für KMU entlang der Liefer­ket­te ohne Einschrän­kung gilt. 

Aus Sicht der Handwerks­kam­mer ist es falsch, Liefer­ket­ten inner­halb der EU-Mitglied­staa­ten in den Anwen­dungs­be­reich der Richt­li­nie einzu­be­zie­hen. Sie sollte, wenn dann, ausschließ­lich für inter­na­tio­na­le Liefer­ket­ten gelten. Entspre­chend sollte die zivil­recht­li­che Haftung auf den direk­ten Vertrags­part­ner und Nachweis­pflich­ten auf EU-Impor­te beschränkt werden. Es ist aber in erster Linie Aufga­be der jewei­li­gen Regie­run­gen, die Einhal­tung der gelten­den menschen- und umwelt­recht­li­chen Standards zu überwachen.

Regio­nal­par­la­ment des Handwerks tagt im Ostalb­kreis – Landrat wirbt für handwerk­li­che Ausbildung

Die handwerk­li­chen Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer im Regio­nal­par­la­ment des Handwerks haben im Landrats­amt des Ostalb­krei­ses in Aalen getagt. Landrat Dr. Joachim Bläse hat die Situa­ti­on des Handwerks auch in seinem Landkreis als heraus­for­dernd beschrie­ben. Er hat das Handwerk als soliden Partner gelobt und seine Unter­stüt­zung bei der Ausbil­dungs­wer­bung von Jugend­li­chen angebo­ten. Die regio­na­len Handwerks­be­trie­be seien krisen­si­che­re Arbeit­ge­ber und eine handwerk­li­che Ausbil­dung würde jungen Menschen alle beruf­li­chen Entwick­lungs­mög­lich­kei­ten bieten. „Krisen sind auch Chancen“, fasst Landrat Dr. Bläse zusam­men und wirbt für ein gemein­sa­mes Ringen um die Jugend, die die Zukunft des Ostalb­krei­ses mitge­stal­tet. Gerne würde Bläse daran mitar­bei­ten, dass Jugend­li­che diese zukunfts­fä­hi­gen Berufe im Handwerk kennen­ler­nen können. Präsi­dent Joachim Krimmer betont: „Das Handwerk ist an der Seite der Politik und wirbt bei jungen Menschen für eine duale Ausbil­dung im Handwerk. Denn so können sie die Zukunft der Region prägen.“

Das Handwerk zwischen Ostalb und Boden­see wird in der Vollver­samm­lung von 39 gewähl­ten Vertre­tern reprä­sen­tiert und vertre­ten. Alle Gewer­be­grup­pen sowie alle sechs Landkrei­se und der Stadt­kreis Ulm sind dabei vertre­ten. 26 der 39 Mitglie­der sind Handwerks­un­ter­neh­mer, weite­re 13 gehören dem Parla­ment des regio­na­len Handwerks als Vertre­ter der Arbeit­neh­mer im Handwerk an.