LINDAU — Parkplatz­man­gel, Klima­schutz und Luftqua­li­tät erfor­dern effek­ti­ve verkehrs­po­li­ti­sche Lösungs­an­sät­ze. Statt den Autover­kehr durch Preis­si­gna­le oder Verbo­te unattrak­ti­ver zu gestal­ten, setzt die Stadt Lindau darauf, neben dem Auto eine kosten­güns­ti­ge­re und flexi­ble­re Art der Mobili­tät anbie­ten zu können. Einen solchen Anreiz versucht die Stadt nun durch den Verleih von Mikro­mo­bi­li­täts­an­ge­bo­ten zu errei­chen. Ab Montag, 1. August, sollen 200 E‑Tretroller und 100 Pedel­ecs zum Leihen bereit stehen, die auf insge­samt 47 Statio­nen verteilt werden.

Im Rahmen eines Auswahl­ver­fah­rens wurde das Unter­neh­men Tier Mobili­ty GmbH ausge­wählt. Dieses ist sowohl für die Bereit­stel­lung, den Vertrieb, als auch die Wartung der Fahrzeu­ge zuständig. 

Es wird Park- und Verbots­zo­nen auf der Insel und im Uferbe­rei­che geben. In der Fußgän­ger­zo­ne dürfen die E‑Tretroller und Pedel­ecs gar nicht fahren, sondern nur auf Straßen und Radwegen.

Bereits 2021 wurden in Lindau die ersten E‑Tretroller getes­tet. Dazu wurden von Juli bis Septem­ber 200 E‑Tretroller auf das Stadt­ge­biet verteilt. Dabei wurde sowohl ein stati­ons­ba­sier­tes, als auch ein „free floating“ System auspro­biert, bei welchem die Scooter entwe­der nur an bestimm­ten Statio­nen abzuho­len und auch wieder abzuge­ben sind, oder komplett frei gemie­tet und abgestellt werden dürfen.

Letzt­end­lich kam es beim „free floating“ Modell aber zu vielen Beschwer­den von Seiten der Bürger und Einsatz­kräf­te, weshalb für die letzten vier Wochen wieder ein stati­ons­ba­sier­tes System angewandt wurde und die Stadt den Verleih nun langfris­tig auch nach Vorbild des stati­ons­ba­sier­ten Systems plant. 

Mikro­mo­bi­li­täts­an­ge­bo­te gibt es inzwi­schen in vielen, oft auch kleine­ren Städten. Sie ergän­zen bestehen­de klassi­sche öffent­li­che Verkehrs­trä­ger und fördern gleich­zei­tig ein multi­moda­les Verkehrs­ver­hal­ten. Die Stadt Lindau hat sich dafür entschie­den E‑Tretroller und Pedel­ecs zum Verleih anzubie­ten. Mit dieser Art der Fortbe­we­gung lassen sich vor allem Wege inner­halb der Stadt noch einfach zurück­le­gen, ohne dabei auf ein Auto angewie­sen zu sein.

In Verbin­dung mit dem ÖPNV und dem Fernver­kehr können Mikro­mo­bi­li­täts­an­ge­bo­te zum wichti­gen Verkehrs­bau­stein zur Bewäl­ti­gung der „letzten Meile“, sowohl für den Durch­gangs- als auch den Zielver­kehr inner­halb Lindaus werden. 

„Durch die Verknüp­fung verschie­de­ner Verkehrs­mit­tel unter Nutzung ihrer spezi­fi­schen Vortei­le sollen das Gesamt­ver­kehrs­an­ge­bot verbes­sert, die Abhän­gig­keit vom eigenen Kfz verrin­gert, eine höher­wer­ti­ge Mobili­tät geschaf­fen und ein stadt- und umweltverträglicherer
Verkehr erreicht werden“, erklärt der Mobili­täts­ma­na­ger der Stadt, Jaime Valdés Valv