FRIEDRICHSHAFEN — Der VfB Fried­richs­ha­fen ist am Samstag­abend gegen die Netzhop­pers Königs Wuster­hau­sen Besten­see mit einem glatten 3:0 (25:20, 25:23, 25:21) in die Bundes­li­ga-Saison 2020/2021 gestar­tet. Die Häfler zeigten einen nervö­sen Auftakt, fingen sich aber im Laufe des Spiels und überzeug­ten mit einer starken Feldver­tei­di­gung. Für die Punkte sorgte vor allem der späte­re MVP Linus Weber.

Nicolas Marechal zwick­te es am Rücken und er blieb auf der Bank. Ansons­ten schick­te VfB-Trainer Micha­el Warm die Mannschaft aufs Parkett, die sein Pendant auf Netzhop­pers-Seite, Chris­to­phe Achten, wohl erwar­tet hatte. Dejan Vincic führte Regie, über Außen kamen Martti Juhka­mi und Rares Balean, Libero Markus Steuer­wald sorgte für die Abwehr, David Fiel und Nemo Mote organi­sier­ten die Mitte und Linus Weber wollte als Diago­nal­an­grei­fer für Wirbel sorgen. Tat er auch sofort. Die ersten drei von vier Häfler Punkten machte der junge Natio­nal­spie­ler und eröff­ne­te damit die neue Bundes­li­ga­sai­son für den VfB (1:0, 5:2).

Auf beiden Seiten war es fortan ein wenig nervös — der VfB hatte aber mehr Zugriff aus Spiel. David Fiel schnapp­te sich gleich zwei Mal in Folge Karli Allik (6:2, 7:2) und als Allik noch zwei weite­re Male den Ball von den Häfler vor die Füße bekam (14:10, 15:15), fehlte nur noch ein Ausru­fe­zei­chen. Das setzte Fiel mit einem Hammer durch die Mitte und drosch den Ball mit Mindest­ab­stand ins gegne­ri­sche Feld — genau auf zwei Meter. Weil Johan­nes Mönnich den angekün­dig­ten Aufschlag­druck doch noch fand, verkürz­te das Heimteam nochmal (22:20). Juhka­mi hatte keine Lust auf Spannung und block­te Dirk Westphal im Doppel­pack (23:20, 24:20). Johan­nes Mönnich machte mit einem Fehler den Deckel drauf (25:20).

Obwohl Vincic gleich gegen Westphal für klare Verhält­nis­se sorgen wollte (1:0), hatten die Häfler Schwie­rig­kei­ten in der Annah­men, auch dank des durch die Desin­fek­ti­on glitschi­gen Balls. Als Juhka­mi nur den Block erwisch­te, lag der VfB zur ersten techni­schen Auszeit zurück (5:8). Vincic suchte in der Folge häufig Weber, oder legte den Ball auch mal selbst. Die Häfler robbten sich wieder heran (8:9, 14:14). Immer öfter hatten die Gäste nun die Hände dran, konnte ruhig aufbau­en und auch vollstre­cken. Linus Weber markier­te mit Punkt Nummer 13 die erste Führung (17:16) und David Fiel hatte noch ein Ausru­fe­zei­chen im Angebot (20:18). Juhka­mi setzte dann den letzten Punkt (25:23).

Die Häfler Dampf­lok war jetzt in Fahrt — für die Fahrkar­ten waren aber die Netzhop­pers zustän­dig. Zwei Aufschlag­feh­ler brach­ten die Führung für den VfB (3:2, 4:3). Libero Markus Steuer­wald stand sicher in der Abwehr und machte den Weg für Mote frei, der zur ersten techni­schen Auszeit auf 8:5 stell­te und trotz­dem konnte der Rekord­meis­ter den stark aufschla­gen­den Under­dog nicht abschüt­teln (10:9, 15:15). Die Heimfans brüll­ten ihr Team nach vorn, die Häfler blieben aber cool. Zwei Mal stand die Abwehr richtig, die Weber und Juhka­mi den Brenn­punkt ermög­lich­te (17:15, 18:15). Balean markier­te noch den ersten Service­win­ner seines Teams (19:15) und Fiel hatte einen für die Galerie (23:18) und einen zweiten für die ersten drei Punkte der Saison (25:21) im Arm.

„Wir haben defen­siv sehr gut und aufmerk­sam gearbei­tet“, sagte VfB-Cheftrai­ner Micha­el Warm nach dem Sieg. „In der Annah­me haben wir noch Poten­zi­al, aber das kommt mit der Spiel­pra­xis. Ich freue mich, dass Linus Weber nach fast einein­halb Jahren ohne viel Spiel­pra­xis so einen guten Job gemacht hat und er so gut in sein ‚Projekt VfB‘ gestar­tet ist.“