Auch Baden-Württem­berg gibt dem Öffnungs­druck nach: Stadt- und Landkrei­se mit niedri­gen Corona-Zahlen dürfen stärker lockern. Doch die Zahl der Kreise mit einer Inzidenz von unter 50 schmilzt. Wird der Stufen­plan womög­lich noch unter einer dritten Welle begraben?

STUTTGART (dpa/lsw) — In Baden-Württem­berg dürfen Stadt- und Landkrei­se mit niedri­gen Infek­ti­ons­zah­len den Corona-Lockdown von Montag an stärker lockern. Darauf haben sich Minis­ter­prä­si­dent Winfried Kretsch­mann (Grüne) und Kultus­mi­nis­te­rin Susan­ne Eisen­mann am Donners­tag­abend geeinigt. Konkret heißt das: In Kreisen, die stabil unter 50 Neuin­fek­tio­nen je 100 000 Einwoh­ner in sieben Tagen liegen, kann unter anderem der Einzel­han­del schritt­wei­se öffnen.

Die grün-schwar­ze Koali­ti­on hatte lange darüber disku­tiert, für Öffnun­gen die landes­wei­te Inzidenz als Maßstab zu nehmen, um Einkaufs­tou­ris­mus zwischen den Kreisen und einen Flicken­tep­pich zu vermei­den. Der Landkreis­tag warnte vor «Ausweich­ver­kehr». Doch das hätte bedeu­tet, dass es auf Sicht kaum eine größe­re Locke­rung gegeben hätte.