REUTLINGEN (dpa/lsw) — Mehr als 4,1 Millio­nen Menschen haben in diesem Jahr die Freibä­der der Arbeits­ge­mein­schaft öffent­li­che Bäder Baden-Württem­berg besucht. «Trotz der hohen Besucher­zah­len gab es keine nennens­wer­ten Vorkomm­nis­se, bis auf wenige lokale, wo junge Besucher sich mit dem Perso­nal angelegt haben», teilte der Vorsit­zen­de der Arbeits­ge­mein­schaft und Leiter der Reutlin­ger Bäder, Necdet Mantar, am Montag mit. Nach zwei Jahren mit einge­schränk­tem Corona-Betrieb sei wieder ein «Normal­mo­dus» möglich gewesen.

Eine Verlän­ge­rung der Freibad­sai­son (Anfang Mai bis Mitte Septem­ber) hätten die 26 Mitglie­der aufgrund der Energie­kri­se nicht in Erwägung gezogen. Viele Bäder­be­trie­be hätten zum Leidwe­sen und Unmut der Gäste die Tempe­ra­tu­ren in den und außer­halb der Becken reduziert, um der Forde­rung der Bundes- und Landes­re­gie­rung zum Energie­ein­spa­ren nachzu­kom­men und eine Zwangs­schlie­ßung zu vermeiden.

Die Arbeits­ge­mein­schaft bedau­er­te der Mittei­lung zufol­ge, dass die Bäder aus Sicht der Politik nicht system­re­le­vant seien. «Diese Ansicht sollte schnells­tens überdacht werden, denn öffent­li­che Bäder dienen der Daseins­vor­sor­ge und sind ein Kultur­gut, das es zu erhal­ten gilt.» Würden Bäder schlie­ßen, seien Schul- und Vereins­schwim­men, Schwimm­kur­se und öffent­li­ches Schwim­men nicht mehr möglich.