FRANKFURT/RAVENSBURG (dpa) — In der Debat­te um Winne­tou-Kinder­bü­cher halten es gut zwei Drittel der Bundes­bür­ger für falsch, dass der Verlag Ravens­bur­ger die Bücher wegen Rassis­mus-Vorwür­fen zurück­ge­zo­gen hat. In einer reprä­sen­ta­ti­ven Umfra­ge des Meinungs­for­schungs­in­sti­tuts YouGov fanden es ledig­lich 13 Prozent richtig, dass der Verkauf gestoppt wurde. 68 Prozent nannten dies falsch, 18 Prozent machten keine Angabe. YouGov veröf­fent­lich­te am Mittwoch das Ergeb­nis der Befra­gung vom Dienstag.

Der Verlag hatte die beiden Bücher «Der junge Häupt­ling Winne­tou» zum gleich­na­mi­gen Film sowie ein Puzzle und ein Sticker­buch aus dem Verkauf genom­men. In einem Insta­gram-Post begrün­de­te das Unter­neh­men dies mit dem Feedback der Nutzer, das gezeigt habe, «dass wir mit den Winne­tou-Titeln die Gefüh­le anderer verletzt haben». Die Kritik hatte sich zunächst an der gleich­na­mi­gen Verfil­mung entzün­det, weil der Film rassis­ti­sche Vorur­tei­le bedie­ne und eine kolonia­lis­ti­sche Erzähl­wei­se nutze.

Baden-Württem­bergs CDU-Landtags­frak­ti­ons­chef Manuel Hagel hat kein Verständ­nis für die Entschei­dung des Verlags: «Schade aber auch absurd, dass sich Ravens­bur­ger von einer radika­len Minder­heit derart gängeln lässt», schrieb Hagel auf Twitter. Er lasse sich davon nicht beirren, sondern werde seinen beiden Söhnen die Winne­tou-Bücher ins Regal stellen und sie zum Lesen anregen. Winne­tou I sei eines der ersten Bücher gewesen, die er gelesen habe. «Ich war begeis­tert. Die Filme fand ich als Kind großar­tig. Sie haben zum Träumen und manch­mal auch zum Lachen angeregt. Es ging um Freund­schaft, Mut und um Fairness — über alle Schwie­rig­kei­ten hinweg.»