Alexan­der Zverev hat bei seinem ersten Auftritt in Deutsch­land seit gut 14 Monaten die Chance auf das Halbfi­na­le. Beim neuen Turnier in Köln löst die Nummer eins der Setzlis­te die erste Aufga­be souve­rän.

Auch vor fast leeren Zuschau­er­rän­gen habe es Spaß gemacht, mal wieder in Deutsch­land zu spielen, sagte der 23 Jahre alte Hambur­ger und berich­te­te über das aus Lautspre­chern schal­len­de Klatschen: «Ich habe es dann irgend­wann nicht mehr gehört, um ehrlich zu sein. Mir ist es relativ egal.»

Alles andere als egal ist es ihm dagegen, wie er auf dem grauen Hartplatz spielt. Im folgen­den Match würde Zverev gegen den südafri­ka­ni­schen Quali­fi­kan­ten Lloyd Harris gern ebenso souve­rän auftre­ten wie gegen den spani­schen Routi­nier Fernan­do Verdas­co. Mit dem problem­lo­sen 6:4, 6:1 war Zverev sehr zufrie­den. «Das Level im ersten Satz war extrem hoch. Ich habe mich wohl gefühlt», sagte der Weltrang­lis­ten-Siebte.

Das war vor allem bei seinen eindrucks­vol­len Aufschlag­quo­ten zu sehen. Bei seinem eigenem Service ließ der 23-Jähri­ge dem 13 Jahre älteren Verdas­co keine Chance und erlaub­te ihm im ersten Satz nur zwei Punkte. Ein Break zum 3:2 reich­te Zverev zum ersten Satzge­winn. Danach kontrol­lier­te der Turnier­fa­vo­rit das Spiel sogar noch deutli­cher. Drei Breaks führten zum ungefähr­de­ten Weiter­kom­men.

Körper­lich sei alles ok, beruhig­te Zverev, nachdem er elf Tage zuvor beim Achtel­fi­nal-Aus bei den French Open in Paris noch unter einer Erkäl­tung gelit­ten hatte: «Als ich hier angekom­men war, habe ich mich geschwächt gefühlt.» Doch Zverev hatte ein wenig Zeit, sich ein bisschen Ruhe zu gönnen und konnte in Köln noch ein paar Tage trainie­ren. Zum Auftakt des mit 325 610 Euro dotier­ten Turniers hatte die Nummer eins der Setzlis­te ein Freilos gehabt, der Spani­er Verdas­co hatte sich gegen den frühe­ren Weltrang­lis­ten­ers­ten Andy Murray aus Schott­land durch­ge­setzt.

Für seine Aufga­be nun gegen Harris, einem Quali­fi­kan­ten aus Südafri­ka, wollte Zverev Ratschlä­ge von seinem älteren Bruder Mischa Zverev einho­len. Er selbst hat gegen die wie er 23 Jahre alte Nummer 92 der Welt noch nie gespielt. Auch gegen Harris erwar­tet ihn eine ähnli­che Atmosphä­re wie gegen Verdas­co. «Die Show auf dem Platz ist eigent­lich ganz schön. Wenn 10.000 Leute da wären, wäre es noch schöner», sagte Zverev auch mit Blick auf das Einlau­fen der Spieler: «Ich hoffe, in der zweiten Woche dürfen wieder Leute rein.»