HAMBURG (dpa) — Es darf wild gerollt werden: Ein schräg gestell­tes Brett­spiel hat Spiele­ex­per­ten in diesem Jahr so überzeugt, dass sie es zum Kinder­spiel des Jahres ernannt haben.

Ein zur Murmel­bahn umfunk­tio­nier­tes Brett­spiel mit Zauber­lehr­lin­gen und Hexen im Wettlauf gegen­ein­an­der ist zum Kinder­spiel des Jahres 2022 gekürt geworden.

«Zauber­berg» aus dem Amigo-Verlag setzte sich damit gegen zwei andere nominier­te Spiele durch. «Wenn die erste Kugel rollt, wissen die Kinder sofort, was das Spiel von ihnen will», sagte Jury-Koordi­na­tor Chris­toph Schle­win­ski vom Verein Spiel des Jahres am Montag in Hamburg.

Bei «Zauber­berg» von den Autoren Jens-Peter Schlie­mann und Bernhard Weber sind die Kinder kleine Zauber­lehr­lin­ge, die mithil­fe von Irrlich­tern (bunte Murmeln) schnell den Weg zum Zaube­rer Baldu­in am Fuß des Berges schaf­fen müssen. Wen auch immer die aus einem Beutel gezoge­ne und in eine von mehre­ren Bahnen gesetz­te Kugel trifft, der darf weiter­zie­hen. Dabei gilt es, schnel­ler als die Hexen zu sein, denen die Irrlich­ter ebenfalls helfen.

Mitein­an­der statt gegeneinander

Das koope­ra­ti­ve Brett­spiel — die Kinder spielen mit- und nicht gegen­ein­an­der — wird dabei zur schräg gestell­ten Murmel­bahn. Auf den Bahnen suchen sich die Murmeln stets ihren eigenen Weg. Das macht es immer wieder neu spannend für die Spieler.

Nominiert waren für den Kriti­ker­preis des Vereins Spiel des Jahres zudem «Mit Quacks und Co. nach Quedlin­burg» und «Auch schon clever» aus dem Schmidt-Verlag — beides Kinder­ver­sio­nen von Erwach­se­nen­spie­len des Autoren Wolfgang Warsch.

Insge­samt hatte die Jury aus Fachjour­na­lis­ten gemein­sam mit Kindern und Famili­en rund 70 Spiele für Drei- bis Achtjäh­ri­ge mehrfach gespielt und begut­ach­tet — und damit deutlich weniger als in den vergan­ge­nen Jahren. In diesem Jahr ist der Preis zum 21. Mal verlie­hen worden, erstmals seit Beginn der Corona-Pande­mie vor mehr als zwei Jahren wieder in einer Präsenzveranstaltung.