LINDAU – Krise – das ist für die Lindauerin Julia Brög auch schon vor Corona nichts ganz Neues. „Die Idee mit der Kleidung, die eine emotio­na­le Verbin­dung zwischen Körper und Seele herstellt, hatte ich in einer Zeit, als es mir selbst nicht beson­ders gut ging.“ Viel mehr möchte die 37-jähri­ge Mutter zweier Kinder dazu gar nicht sagen. Vielleicht nur so viel: „Der Körper versucht uns früh zu warnen, wenn wir dabei sind, uns selbst aus den Augen zu verlie­ren.“ Stress, funktio­nie­ren müssen, nicht genug auf sich acht geben, über seine seeli­schen und emotio­na­len Verhält­nis­se leben – all das sind Dinge, die Julia Brög, die Beklei­dungs­in­ge­nieu­rin ist, selbst und bei anderen erlebt hat. „Etwas Neu-es und ganz Anderes anzufan­gen, ist für mich die Konse­quenz aus dem starken Drang heraus, et-was verän­dern zu wollen.“

Das Ergeb­nis ist eine erste Kollek­ti­on von Sweat­shirts aus Bio-Baumwol­le, deren Entste­hungs­pro-zess komplett nachhal­tig ist. „Wenn man den Pulli im Wald verliert, würde er sich nach und nach komplett auflö­sen“, sagt Julia Brög und lacht. Das Beson­de­re an den Kleidungs­stü­cken sind aus Sicht der Start­up-Gründe­rin die ermuti­gen­den Sticke­rei­en, ganz bewusst positio­niert, um darüber eine positi­ve Verbin­dung zum eigenen Körper herzu­stel­len. „Mutma­cher, die uns gerade jetzt, wo viele Menschen mit Ängsten kämpfen, ein positi­ves Gefühl vermit­teln sollen.“ Es komme nicht von ungefähr, dass die Sticke­rei mit der Zeile „Keep breat­hing“ – also „atme weiter“ – im Bereich der Lunge ist. Und das „love yourself“ – also „liebe Dich selbst“ – auf Herzhöhe.

Wichtig ist der Lindauerin, dass es nicht nur den Menschen, die Kleidung von „by mijl“ tragen gut dabei geht, sondern auch allen, die bei der Entste­hung mitwir­ken – bis hin zu Natur und Umwelt. Darum die Bio-Baumwol­le, darum die Produk­ti­on und Verar­bei­tung in einem europäi­schen Famili­en-betrieb in Griechen­land. Darum die Zusam­men­ar­beit mit Freun­din­nen und Herzens­men­schen in Lindau.

Und der ausge­fal­len Name, wo kommt der her? „Der Name ‚mijl’ setzt sich aus den Initia­len meiner Großmutter zusam­men, die mir sehr viel bedeu­tet. Darüber steht der Begriff für Meile.“ Letzt­lich leitet sich das Wort vom Gedan­ken der Lebens­li­nie ab, die wir sozusa­gen Meile für Meile gehen. „Ich wünsche mir, dass wir das bewuss­ter tun. Achtsa­mer und im Einklang mit uns selbst und anderen. Gerade jetzt in dieser schwie­ri­gen Zeit“, sagt Julia Brög. Im Augen­blick besteht die achtsa­me Kollek-tion zum Start aus Pullovern mit vier Motiven ermuti­gen­der Sticke­rei­en und zwei Farben für ver-schie­de­ne Körper­re­gio­nen. Die Kleidungs­stü­cke sind derzeit ausschließ­lich online zu bezie­hen, der Preis beträgt 119 Euro. Drei Prozent jedes verkauf­ten Sweat­shirts gehen an die „Nummer gegen Kummer“. Details unter