Kleines Rad, großes Rad - Wochenblatt

Kleines Rad, großes Rad
Empfehlung

25. Oktober 2017
Windrad bei Häusern / Ummendorf Volker Baumgartner

Windkraft-Anlagen ja oder nein? Der Wetter-Experte Roland Roth hat da seine eigene Vision: das kleine Windrad auf dem Hausdach.

Region – Beim Thema Windräder sitzt Roland Roth zwischen den Stühlen: Als Wetter-Experte, der in Vorträgen vor dem Klimawandel warnt, ist er für alles, was die Luft sauber hält. Also auch für die Nutzung regenerativer Energiequellen – von der Solaranlage auf dem Hausdach bis zur Windkraftanlage.

Aber als Vorstandsmitglied des Loipen-Vereins Atzenberger Höhe ist er froh, dass die EnBW auf ihre geplanten zwei Windräder an dieser Stelle verzichtet. Sonst müsste der Verein nämlich eine seiner Langlaufloipen aufgeben, der die Rotoren im Weg gestanden wären.

In der Folge hätte man für viel Geld die Informationstafel erneuern und jede Menge Info-Material neu drucken müssen.

Wie hält es der Wettermann also mit den Windrädern? „Ich bin natürlich für die Windenergie“, sagt er auf unsere Anfrage. Aber: „Ich bin dagegen, solche Monsteranlagen, die höher sind als das Ulmer Münster, auf das Natur-Juwel Atzenberger Höhe zu stellen.“ Das sei nicht mehr verhältnismäßig.

Also was tun? Roth hat da eigene Vorstellungen. Er setzt auf kleine, dezentrale Windräder. So wie jeder seine Photovoltaik-Anlage auf dem Hausdach haben kann, so könne jeder sein eigenes kleines Windrad auf dem Dach installieren.

„Wir probieren das bei uns in Bad Schussenried aus“. Dort lebt Roth und dort betreibt er die private Wetterwarte Süd, auf deren regionale Vorhersagen Medien, Landwirte und Privatleute zurückgreifen. Sie wird nächstes Jahr 50 Jahre alt. Das Windrad kommt aber erst 2019, weil es nur mit dem geplanten Dach-Ausbau der Wetterzentrale realisiert werden könne. Roth ist sicher, dass es funktioniert und auch kleine, leichte Windräder in Hausdach-Höhe nennenswert Strom liefern können.

Rauf aufs Fahrrad

Ansonsten plädiert er für die beste aller Energiequellen, nämlich den Verbrauch zu senken. „Es muss ja nicht jeder soviel radfahren wie ich“, meint der 63-Jährige. Aber die Kinder jeden Tag mit der Familien-Limousine auf der Kurzstrecke zum Schulhof chauffieren? Da versteht der Wetter-Erklärer die Welt nicht mehr.

Sein Verdacht: Mancher Befürworter der Windkraft-„Monsteranlagen“ sei auch deshalb dafür, „weil es dann ja weiter gehen kann wie bisher“.

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