Wo wächst das Bier? - Wochenblatt

Wo wächst das Bier?
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19. Oktober 2017
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Bier aus der Region – das hört sich gut an. Meistens stimmt das auch: Aus dem heimischen Zapfhahn fließt überwiegend Hopfen und Malz von hier. Aber nicht immer. Die Materie ist kompliziert, es geht um Kosten und Mengen.

region – Wer was übers Bier wissen will, muss bei der Mälzerei fragen. Schwabenmalz verarbeitet an seinen Standorten in Laupheim, Warthausen und Giengen jedes Jahr 70 000 Tonnen Braugerste aus Baden-Württemberg und Bayerisch Schwaben zu 60 000 Tonnen Gerstenmalz, dem wichtigsten Rohstoff für das flüssige Grundnahrungsmittel. Das ist nicht viel, auf dem Biermarkt geht es um riesige Mengen. Aber man hat dort einen Überblick, wo in Oberschwaben Hopfen und Malz für das Bier herkommen.

Vom Prinzip her bevorzugen die Brauereien hier tatsächlich die Rohstoffe aus der Region, sagt Bettina Hempfer-Rost von Schwabenmalz. Das wird auch vom Bauernverband bestätigt. „Hingegen ist es den großen Brauereikonzernen egal, woher die Gerste stammt“, ergänzt sie, „da geht es um den Preis.“ Und an Bezugsquellen bestehe kein Mangel, Braugerste bekomme man das ganze Jahr aus aller Welt. Und so kommt es manchmal auch anders. Fällt in der Region die Ernte schlecht aus, wurde die Braugerste in der Vergangenheit schon mal aus Dänemark zugekauft, berichtet Hempfer-Rost. Und „aus Frankreich wurde vor einiger Zeit sehr günstige Wintergerste in großen Mengen angeboten“, berichtet Klaus Burger vom Kreisbauernverband. „Einige Brauereien hatten dieses Angebot zum Nachteil regionaler Braugerste genutzt.“

Ja, der Preis. Er muss für die Abnehmer stimmen, auch bei der Braugerste aus der Region. Und den gibt der Weltmarkt vor, auch in Biberach und Sigmaringen. Den Landwirten ist er zu niedrig, das sagten sie zumindest beim jüngsten Erntegespräch des Kreisbauernverbandes. Aber auf die Brauereien schimpfen will keiner. „Die Brauereien wollen günstige Preise für die Rohstoffe“, bestätigt Hempfer-Rost. Und damit müssen sich die Bauern arrangieren.

Direkt vom Bauern

Können sie das Getreide auch ohne Zwischenhandel auf direktem Weg an die Brauereien verkaufen? Es gibt tatsächlich mehrere regionale Brauereien, die direkte Lieferverträge mit hiesigen Landwirten unterhalten, sagt Hempfer-Rost und nennt als Beispiel Berg Bier in Ehingen und Härle im Allgäu. Fortsetzung auf Seite 2

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