Ein Kino für Laupheim? - Wochenblatt

Ein Kino für Laupheim?
Empfehlung

21. September 2017
Das Laemmle Kino im Museum mit etwa 30 Sitzplätzen ist bisher noch Laup-heims einziger Kinosaal – bis Herbst 2018 könnte ein weiterer Kinosaal mit bis zu 100 Plätzen entstehen Foto: Stadt Laupheim

Bekommt Laupheim bald ein kommunales Kino? Die Chancen dafür stehen zumindest so gut wie lange nicht. Damit die Umsetzung klappt, sind die Stadt und der Carl Laemmle Förderverein – die beiden treibenden Kräfte hinter dem Vorhaben – aber auf die Unterstützung der Bürger angewiesen. Am Dienstag, 26. September, findet dazu ein Infoabend statt.

Laupheim – „Den Wunsch nach einem Kino gibt es in Laupheim schon lange. Und im Moment passt es vom Zeitpunkt her einfach perfekt. Jetzt müssen wir es probieren“, so Laupheims Oberbürgermeister Rainer Kapellen beim gestrigen Pressegespräch zum geplanten kommunalen Kino. Durch den Schwung des Carl Laemmle Produzentenpreises, des Laemmle-Jahrs 2017 und der daraus entstandenen Unterstützerkreise sei dafür jetzt der richtige Moment. Im Rahmen der Verleihung des Produzentenpreises habe man laut Kapellen viele entsprechende Gespräche geführt und Leute kennengelernt.

Unter anderem kam man so auch näher in Kontakt mit den von Carl Laemmle gegründeten Universal-Filmstudios, die ihre Unterstützung für ein Kino in Laupheim zugesagt haben. Dadurch könnte man zum Beispiel auch Previews anbieten. Ein weiterer Baustein für das geplante Vorhaben ist die Unterstützung des Biberacher Filmexperten Adrian Kutter. So könnte auch die Sammlung des Film- und Kinomuseums Baden-Württemberg, das derzeit noch in Biberach zu sehen ist, in das neue Kino integriert werden. Auch einen passenden Ort dafür hat die Stadt schon im Auge: das ehemalige Sudhaus im Schloss Großlaupheim. Sollte alles perfekt laufen, könnte dort bis Herbst 2018 ein Kinosaal mit bis zu 100 Sitzplätzen entstehen.

Unterstützt wird die Stadt dabei vom Carl Laemmle Förderverein. Die Idee ist, dass sich Bürger, die den Aufbau und anschließenden Betrieb des Kinos ehrenamtlich unterstützen möchten, in einer Unterabteilung des Vereins zusammenschließen. Unter dem Dach des Fördervereins soll diese Unterabteilung das Kino dann ehrenamtlich betreiben. Etwaige Defizite würden sich Stadt und Land zu je 50 Prozent teilen. Voraussetzung dafür, dass aus diesem Grundkonzept ein Feinkonzept entsteht, das dem Kulturausschuss Anfang Oktober vorgestellt wird, ist aber, dass sich genügend ehrenamtliche Bürger finden, die sich für das kommunale Kino stark machen.

Dazu findet am Dienstag, 26. September, um 19.30 Uhr, im großen Sitzungssaal des Rathauses eine Infoveranstaltung statt. Interessierte Bürger können sich hier über das Vorhaben informieren und, so die Hoffnung von Stadt und Förderverein, von der Begeisterung anstecken lassen. Genaue Pläne, wie das Kinoprogramm später aussehen soll, gibt es noch nicht. Wenn sich genügend Bürger finden, würde man sich im Anschluss verschiedene kommunale Kinos in der Umgebung mit ihrem Programm und ihrer Organisation anschauen. Als Beispiel nannte Kapellen dabei das Kulturzentrum Linse in Weingarten, das ebenfalls aus einem entsprechenden Förderverein hervorgegangen sei.

Für einen gewerblichen Kinobetreiber dürfte Laupheim übrigens nicht in Betracht kommen, da es mit Personalkosten schwer wäre, einen Überschuss zu erwirtschaften.

Patrick Müller

Zurück

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzbestimmungen. Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite. Cockies akzeptieren