Nächster Schritt Hoverboard? - Wochenblatt

Nächster Schritt Hoverboard?
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6. Juli 2017
Daniel Jäger, Isabell Armbruster und Benedict Kuhlmann (v. li.) verkaufen zu ihrer „e-Achse“ auch gleich die passenden Longboard-Decks FOTO: Balzer

Aus Amerika schwappt ein neuer Trend zu uns: Elektrisch angetriebene Longboards sind nicht nur in Kalifornien gerade der letzte Schrei. In Deutschland sind die Auflagen für die Zulassung strenger, doch drei junge Menschen aus dem Bodenseekreis bieten ihre patentierte „e-Achse“bereits zum Verkauf an.

langenargen – Die Idee, einen Elektro-Antrieb für ein Longboard (Vorgänger des Skateboards und nicht für Tricks geeignet) zu entwickeln, hatten Daniel Jäger und Benedict Kuhl-mann bereits während ihres Elektrotechnik-Studiums an der Hochschule Ravensburg-Weingarten: „Wir waren schon immer mehr an der Praxis als an der Theorie interessiert“, sagt Jäger schmunzelnd. Da sein Bekannter Longboards baut, machten sich die beiden vor drei Jahren an die Umsetzung des Projekts. Im vergangenen Jahr stieß Isabell Armbruster zum „Projekt e-Achse“ hinzu und kümmert sich seitdem „um alles nicht-technische, beispielsweise Marketing und Homepage“, wie sie sagt.

Das Prinzip der „e-Achse“ ist schnell erklärt: Jäger und Kuhl-mann haben in jeder Achse vier hochleistungsstarke Akkuzellen, die sich während der Fahrt durch Bremskraft wieder aufladen, samt einer Vier-Lagen-Platine verbaut. Schiebt der Fahrer das Board an, wird er – ähnlich wie der Fahrer eines Pedelecs – von einem kleinen Elektromotor in jeder einzelnen Rolle unterstützt. So knackt man schnell mal die 30-Km/h-Marke und fährt mit geringer Kraftanstrengung rund zwölf Kilometer weit. Auch über Gestensteuerung ist Be- und Entschleunigen möglich. „Wir arbeiten noch an der Feinabstimmung. Damit wir eine Straßenzulassung erhalten, müssen wir noch ein paar Sicherheitsauflagen umsetzen, da sind wir dran. Aber unser klares Ziel ist es, die e-Achse hierzulande zu etablieren“, betont Kuhlmann. Doch der Weg dorthin ist nicht einfach. Bis Isabell Armbruster, Daniel Jäger und Benedict Kuhlmann das Patent auf ihre „e-Achse“ erhielten, musste das Team einen wahren Verwaltungsmarathon hinter sich bringen. „Typisch Deutschland eben“, so Jäger. Bis heute haben sie zusammen rund 55 000 Euro in ihr Projekt investiert. „Die Form der Achse ist ein Unikat. Daher mussten wir erstmal eine Spezialsandform anfertigen lassen“, erklärt Jäger. „Schließlich wollen wir ein Premium-Produkt anbieten.“ Das hat seinen Preis: Aktuell gibt‘s beispielsweise das „Early-Bird-Package“ für 1 299 Euro, bestehend aus zwei „e-Achsen“, zwei Netzteilen und einer Steuerung. Praktisch: Über die Platine erfolgt per Bluetooth der Datenaustausch zwischen den zwei Achsen und dem Smartphone. Laden kann man das Board über einen USB-Anschluss. Die „e-Achsen“ lassen sich zudem auch an jedem anderen Board anbringen.

Wer weiß – vielleicht ist das „Elektro-Longboard“ schon 2018 der Sommertrend bei uns. Und dann kann der Schritt zum fliegenden Hoverboard (bekannt aus dem Film „Zurück in die Zukunft“) ja auch nicht mehr weit sein.

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