Der Blick in den Schornstein - Wochenblatt

Der Blick in den Schornstein
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29. Juni 2017
Die „Karlsruhe“ hat von den BSB-Schiffen den ältesten Motor auf dem See: Baujahr 1965. Sein Nachfolger bekommt einen Rußfilter Foto: ulrich stock

Auch die Schiffsdiesel der Weißen Flotte benötigen einen Rußfilter. Die BSB haben es aber besser als die Autofahrer: Sie dürfen sich Zeit lassen.

lindau – Was den Autos recht ist, ist den Schiffen billig: Der Rußpartikelfilter. Nicht nur Kreuzfahrtschiffe, auch die Passagierdampfer auf dem Bodensee müssen sich in den Schornstein schauen lassen. Aber der Gesetzgeber macht es ihnen gnädig. Es gibt auf dem Wasser keine grüne Plakette wie in den großen Städten. Es gibt das Prinzip, dass jeder neue Motor einen Partikelfilter haben muss, wie Presseprecher Josef Siebler von den Bodensee Schiffsbetrieben (BSB) erläutert. Die alten brauchen keinen.

Die BSB habe bereits zwei Jahre vor inkrafttreten der entsprechenden Vorschrift begonnen, die Flotte mit Rußpartikelfilter auszurüsten. Und wenn neue Technologien zur Abgasreinigung aufkommen, werde man sich um eine Vorreiterrolle bemühen. Das sei auch wirtschaftlich, denn eine verbesserte Verbrennung ergebe nicht nur weniger Abgase, sondern auch niedrigen Verbrauch. Was sich hier bei den Schiffen getan hat, zeigt der Vergleich zwischen dem ältesten und dem jüngsten Schiffsdiesel der BSB-Flotte. Der Senior mit Baujahr 1965 steckt in der „Karlsruhe“ und holt seine 400 PS aus 138 Litern Hubraum, die „Karlsruhe“ hat zwei davon. Siebler: „Moderne Motoren erzeugen die gleiche Leistung bei 16 Litern Hubraum“. Von den 14 BSB-Schiffen haben sechs bereits einen Rußpartikelfilter. Die anderen folgen irgendwann nach, aber für die Umrüstung gibt es keinen festen Zeitplan.

Ab dem übernächsten Jahr soll dann der erste Gasantrieb auf einer Bodenseefähre getestet werden.

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