Ein Dutzend echte und eine Holzkuh - Wochenblatt

Ein Dutzend echte und eine Holzkuh

7. September 2017
Josef Gapp läuft mit Holzkuh Genoveva voran Fotos: veranstalter

Zugegeben: Ein echter Allgäuer Viehscheid sieht anders aus. Aber wer zählt schon die Kühe auf der Straße, wenn es ein originelles Fest zu feiern gibt, das noch dazu jede Menge Gaudi verspricht. Zum zwölften Male werden am Wochenende in Schlachters die zwei- und die vierbeinigen Rindviecher durchs Dorf getrieben. Doch damit nicht genug!

Das Dutzend ist voll und mittlerweile wissen die Besucher, worauf sie sich einlassen, wenn sie nach Sigmarszell zum Viehscheid kommen. Hier erwarten sie die verrücktesten Spiele, ein witziges Viehscheid-Abitur und alles in allem ein stimmungsvolles Volksfest.

Los geht‘s am Samstag, 9. September, 14 Uhr, wenn etwa ein dutzend Tiere ihrer hölzernen Leitkuh die 400 Meter vom Ruezenberg über die Hauptstraße zum Festplatz folgen. Vorneweg läuft Festorganisator Joe Gapp mit seiner Holzkuh Genoveva, gefolgt von ein paar echten Vierbeinern vom Bauer Hagen. Dann schließen sich noch andere Gruppen mit ihren fantasievollen Wagen an und Musik darf auch nicht fehlen: Unter anderem sorgt die „Hurahagelmusi“ für gute Laune. Wieder mit dabei ist auch Gallus Halder, der durch seine große Sammlung von alten Traktoren und landwirtschaftlichem Gerät aus historischen Zeiten bekannt ist. „Er muss Ebbes vom dem alten Zeugs auch mal wieder ausführen“, witzelt Joe Gapp.

Nach dem Umzug ist der Viehscheid-Mehrkampf angesagt bei dem die Teilnehmer ihr Können und Improvisationstalent in mehreren Disziplinen unter Beweis stellen müssen. An sie würden „höchste Anforderungen an Durchhaltevermögen, Geschicklichkeit, Können und Nervenstärke“ gestellt, betonen die Organisatoren. In jedem Fall: Für die Besucher des Volksfestes ist der launige und weithin bekannte Viehscheid-Mehrkampf in jedem Jahr eine große Gaudi.Wer sich traut, kann sich noch anmelden und mitmachen.

Denn echter Einsatz kann sich lohnen. Die Sieger bekommen den Kuhschellenwanderpokal und eine Reihe weiterer toller Preise. Die Siegerehrung ist dann für 19 Uhr geplant, die Hurahagel-Musiker liefern den stimmungsvollen Rahmen dafür.

Die vierbeinigen Rindviecher dürfen zum Grasen auf die Wiesen, die zweibeinigen nach den Wettkämpfen ins Festzelt. Dort sorgt Gerhard Brutscher alias „Iblos“ schon ab 16 Uhr für gute Unterhaltung. Der Musiker hat seinen Parkettbetrieb an den Nagel gehängt und macht seither das, was ihm immer schon im Blut lag: stimmungsvolle Musik und beste Unterhaltung.

Unmittelbar am Zelt können auch die Kinder nach Herzenslust toben. „Die Fläche ist abgezäunt“, erklärt Joe Gapp. „Da können Eltern ihre Kleinen laufen lassen“. Wobei man in Schlachters auf die natürliche Variante setzt: Die Kids bekommen hier einen Haufen Heu zum Spielen vorgesetzt. „Das reicht völlig, dass die Kinder beschäftigt sind.“

Abends, ab 20 Uhr, geht‘s zur Viecherparty ins Festzelt, wo die Party-Band „Hindervier“ aus Oberstaufen für Stimmung sorgt: Es wird bis spät in die Nacht gefeiert und getanzt – mit Bier und Wein, aber ohne Schnaps. „Den gibt es bei uns nicht, das tut dem Fest gut“, erzählt Joe Gapp.

Während der Eintritt Samstagnachmittag und Sonntagvormittag frei ist, kostet die Party am Samstagabend 10 Euro, von denen 6 Euro als Verzehrgutschein wieder eingelöst werden können. Rein dürfen alle, die ihren 18. Geburtstag bereits hinter sich haben.

Am Sonntagvormittag ist Frühschoppen angesagt. Ab 10.30 Uhr spielt der Musikverein Unterreitnau und dann kann man das Fest bei einem Weißwurstfrühstück gemütlich ausklingen lassen. do

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