Fast alle schielen auf 2020 - Wochenblatt

Fast alle schielen auf 2020
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5. Oktober 2017
Dass Mathias Hotz (links) bei der OB-Wahl nun doch nicht antreten will, dürfte die Chancen von Amtsinhaber Gerhard Ecker weiter erhöhen Foto: Stock

Im Hinblick auf die Wahl des Oberbürgermeisters (OB) werden wohl die meisten Parteien und Gruppierungen im Lindauer Stadtrat auf einen eigenen Kandidaten verzichten – allerdings nur für den Fall, dass sich Amtsinhaber Gerhard Ecker auf eine verkürzte Amtszeit (2018 bis 2020) festlegt.

Lindau – Seit wenigen Tagen steht der Wahltermin fest: Am 21. Januar 2018 sollen die Lindauer einen neuen Oberbürgermeister (OB) wählen oder durch ihre Wahl den bisherigen Amtsinhaber Gerhard Ecker bestätigen. Höchste Zeit also, dass die im Stadtrat vertretenen Parteien und Gruppierungen (insgesamt zehn) ihre Kandidaten langsam in Stellung bringen, denn laut Landratsamt müssen die Meldungen bis spätestens 30. November 2017 erfolgt sein.

Dass OB Ecker erneut antreten wird, steht so gut wie fest – will er doch möglichst viele Projekte, die unter seiner Ägide massiv vorangetrieben wurden, noch selbst zu Ende führen. Andererseits hat er in jüngster Zeit auch durchblicken lassen, dass er aus privaten Gründen wohl keine komplette Amtsperiode (sechs Jahre) zur Verfügung stehen wird. Hierbei kommt ihm die sogenannte Harmonisierung der Wahltermine von OB- und Kommunalwahl entgegen, welche die Möglichkeit bietet, die beiden Wahlen im Frühjahr 2020 gleichzeitig stattfinden zu lassen. Diese vorgezogene OB-Wahl könnte Ecker im Fall seiner Wiederwahl beantragen, darüber entscheiden müsste bis spätestens Ende November 2019 der Stadtrat.

Was seine Kandidatur bzw. eine verkürzte Amtszeit betrifft, hüllt sich OB Ecker noch in Schweigen. Auf WOCHENBLATT-Anfrage teilte er lediglich mit: „Wie im Stadtrat angesprochen, verzögert sich meine Entscheidung aufgrund weiterer Gespräche noch ein wenig. Ich bitte noch um etwas Geduld.“ Klar ist, dass er sich in den nächsten acht Tagen entscheiden muss – das hat er den Stadträten in der jüngsten Sitzung zugesagt.

Unterdessen machen wohl die meisten Stadträte ihre Entscheidung, einen eigenen Kandidaten aufzustellen oder einen anderen zu unterstützen, genau davon abhängig, ob Ecker nur für eine zweijährige Amtszeit kandidieren wird. Roland Freiberg, Sprecher der von der CSU-Stadtratsfraktion abgespaltenen Bürger Union (BU), bringt die Vorteile einer vorgezogenen OB-Wahl im Frühjahr 2020 auf den Punkt:

„Das würde sowohl die Anzahl als auch die Qualität der Bewerber deutlich erhöhen. Denn viele sind nicht bereit, gegen einen amtierenden OB anzutreten.“

Nur ein Herausforderer

Tatsächlich hat unsere Recherche unter den Stadtratsvertretern eine fast durchweg abwartende Haltung bestätigt. Denn bislang ist nur die Bunte Liste (BL) bereit, dem Amtsinhaber einen eigenen Kandidaten entgegenzustellen. Bei dem Bewerber, den man Ende Oktober/Anfang November bekanntgeben werde, handle es sich um einen „sehr guten, kommunalpolitisch bewanderten Kandidaten“, so BL-Sprecher Max Strauß. Nachdem Mathias Hotz, Fraktionschef der Jungen Alternative, am Montag bekanntgegeben hatte, doch nicht antreten zu wollen – er war für die CSU im Gespräch, ist weiterhin offen, ob Letztere noch einen eigenen Kandidaten bringen wird.

Man habe mit möglichen OB-Kandidaten Gespräche geführt, wolle aber „die angekündigte schriftliche Erklärung von OB Ecker abwarten“, so CSU-Ortsvorsitzender David Graf.

Zuwarten will auch noch die ÖDP – man werde die Basis fragen, ob Ecker oder der Kandidat der BL favorisiert werden soll, so ÖDP-Sprecher Xaver Fichtl. Klar ist, dass SPD und Freie Wähler – wie bereits vor sechs Jahren – erneut das SPD-Mitglied Gerhard Ecker unterstützen werden.

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