In einem Monat um die Welt - Wochenblatt

In einem Monat um die Welt
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5. Oktober 2017
„Dieses Abenteuer hat mir gezeigt, dass die Welt nicht wirklich groß ist und Facebook sie noch kleiner macht“, sagt Jeff Hudson (Bild) Fotos: pixabay / privat

Wer schimpft nicht über Social Media? Einen Vorteil haben Facebook und Co. aber sicher: sie haben die Welt kleiner gemacht. Dank der WOCHENBLATT-Leser, die unseren Facebookpost fleißig geteilt haben, hat eine gestohlene Kamera über den großen Teich hinweg wieder zu ihrem rechtmäßigen Besitzer zurückgefunden.

region – Es ist der 25. August in Miami, Florida. Eine Familie aus unserer Region verbringt ihre Sommerferien in den USA. Heute geht es in ein großes Shopping-Zentrum.Dort wird ihr Auto aufgebrochen. Die Diebe nehmen ein iPad, Bargeld, Kreditkarten und die beiden Kameras der Familie mit. Damit sind auf einen Schlag nicht nur die Wertsachen, sondern auch die Urlaubsfotos verschwunden. 30. August in Texas: Der Amerikaner Jeff Hudson ersteigert auf eBay eine gebrauchte Canon EOS 100D – Neuwert 550 Euro.

1. September: Das Paket mit der Kamera wird geliefert. Die Kamera, für die er über 300 Euro bezahlt hat, funktioniert und wird wieder eingepackt. Erst Wochen später entdeckt er, dass sogar einige Speicherkarten mitgeliefert wurden. Doch die Freude währt nicht lange: „Als ich die SD-Karte aus der Kamera-Tasche nahm, sah ich, dass auf ihr hunderte von Bilder und Videos waren“, erzählt Jeff. Daraufhin ließ ihn das Gefühl nicht los, dass die Kamera verloren gegangen oder gestohlen worden sein musste.

„Ich zeigte die Bilder meiner Frau und sagte ihr, dass ich den Besitzer der Kamera finden möchte. Wir sind christlich und Jesus sagt, wir sollen andere so behandeln, wie wir selbst behandelt werden wollen.“Jeff erstellt daraufhin ein Album auf Facebook mit dem Titel „Helft mir, diese Leute zu finden“ und kontaktiert das WOCHENBLATT. Und dann geht es Schlag auf Schlag.

Am 27. September posten wir einen Beitrag auf unserer Facebook-Seite. Dieser wird über 1 000 Mal geteilt, erreicht über 100 000 Menschen. Wir erhalten immer neue Hinweise und Nachrichten zu dem Fall. Und auch Jeff bekommt eine Nachricht: „Einen Tag später hat ein Angehöriger des Besitzers den Beitrag gelesen und den Besitzer kontaktiert, der sich dann bei mir meldete.“ So kommt es, dass die Kamera am 30. September wieder auf die Reise geht – dieses Mal zurück zu ihrem rechtmäßigen Eigentümer nach Deutschland. Jeff hat damit 300 Euro verloren – aber ein richtig gutes Gefühl gewonnen.

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