Wer rettet La Bonita? - Wochenblatt

Wer rettet La Bonita?
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31. Oktober 2017
Alica Reiner hofft verzweifelt darauf, dass sich jemand findet, der La Bonita ein nettes Renterdasein bietet

Es hätte so schön sein können. Vor zwei Jahren hatte Alica Reiner einen Alterssitz für ihr ehemaliges Springpferd La Bonita gefunden. Doch Ende August meldete sich die neue Besitzerin: Sie kann und will das Tier nicht mehr behalten. Seither sucht die Schülerin verzweifelt nach einem neuen Zuhause für die 20-jährige Stute.

Fronreute-Staig – Aufmerksam steht das fuchsfarbene Pferd auf der Koppel und beobachtet wie Alica Reiner ihm entgegenkommt. Sanft stupst La Bonita das Mädchen ein paar Augenblicke später an der Schulter und lässt sich brav das Halfter überziehen.

„Ich hoffe so sehr, dass ich jemanden finde, der La Bonita übernimmt und ihr ein schönes Rentnerdasein ermöglicht. Man kann sie ja sogar noch gemütlich reiten“, sagt die Schülerin. 2013 kümmerte sich Alica als Reitbeteiligung liebevoll um die Stute, zahlte für deren Unterhalt mit und ritt das Pferd regelmäßig. Ein Jahr später bot die damalige Besitzerin dem Mädchen und ihren Eltern La Bonita zum Kauf an, weil sie keine Zeit mehr hatte. Der Teenager freute sich auf zwei, drei Jahre im Turniersport mit dem schon älteren, aber erfahrenen Springpferd. Doch Sehnenprobleme der Stute machten nach einiger Zeit der begabten Reiterin einen Strich durch die Rechnung. Sie nahm das Turnierpferd aus dem Sport und suchte nach einem neuen Zuhause für La Bonita. Eine junge Frau aus Zwiefalten übernahm den Vierbeiner und Alica war glücklich, dass sie einen guten Platz für den Lebensabend des Pferdes gefunden hatte. Alicas Eltern kauften für den sportlichen Teenager ein jüngeres Pferd, mit dem sie jetzt Turniere reitet. La Bonita war jedoch nicht aus den Augen, aus dem Sinn. Mehrmals im Jahr besuchte Alica zusammen mit ihrer Mutter die Stute in Zwiefalten. „Es ging ihr gut dort, sie hatte Pferdegesellschaft und wurde im gemütlichen Stil im Gelände geritten“, erzählt die 16-Jährige. Alles schien gut. Doch nach zwei Jahren, Ende August, meldete sich La Bonitas neue Besitzerin bei der Schülerin mit einer schlechten Nachricht für Alica.Sie fühlt sich verantwortlich für ihren ehemaligen Vierbeiner. Doch sie hat ja bereits ein neues Pferd, für das Stallmiete, Futter, Hufschmied und anderes berappt werden muss. Deshalb schied die Möglichkeit aus, La Bonita wieder zurückzunehmen. Doch irgendwie musste ja etwas getan werden: Alicas Mutter schaltete im WOCHENBLATT eine Anzeige, um darüber nach einem neuen Besitzer für das Pferd zu suchen.

Prompt meldete sich auch jemand, der die 20-jährige Stute als Beistellpferd nehmen und dessen 17-jährige Tochter das Tier noch hin- und wieder reiten wollte. Die neuen Besitzer lernten die Stute in Zwiefalten kennen und ritten sie auch probeweise. Alles schien gut, La Bonita zog Mitte September von Zwiefalten in einen Stall nach Hoßkirch. Wieder war Alica glücklich, einen guten Platz und liebevolle neue Besitzer gefunden zu haben. Doch wieder meinte es das Schicksal mit La Bonita nicht gut. Nach nur zwei Wochen erhielt die Schülerin einen Anruf:„Es hieß, ich sollte La Bonita sofort holen, sonst wird sie zum Schlachter gebracht.“ Schockiert erkundigte sie sich, was passiert war.

Die Stute war bei einem Ausritt mit der Tochter auf einem Asphaltweg vorne auf die Knie gefallen. Weder Reiterin noch Pferd hatten sich schlimmer verletzt, doch die neuen Besitzer wollten La Bonita auf keinen Fall behalten. Jetzt geht die Suche also erneut los.

Derzeit kommen Alica und ihre Eltern für den Unterhalt von La Bonita auf. Doch allzu lange kann sich die Familie das nicht leisten. Wenn niemand der Stute ein neues Zuhause für ein tierisches Rentnerdasein bietet, droht La Bonita der Gang zum Schlachter.

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