Kartoffeln schmecken auch roh - Wochenblatt

Kartoffeln schmecken auch roh
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26. Oktober 2017
Hilde Sprißler vom Biohof assistierte beim Ausgraben einer riesigen Sellerieknolle mit der Grabgabel.

Vor den Sommerferien äußerten die Schützlinge des Unlinger Kindergartens „Bussakendla“ den Wunsch, mit ihren Erzieherinnen gemeinsam einen „Gemüsetag“ ins Leben zu rufen. Dabei sollten auch Fragen geklärt werden: Wo kommt das Gemüse her, vom Acker oder aus dem Supermarkt? Wie wird Gemüse angebaut? Wie schmeckt es?

unlingen– Die Erzieherinnen waren sofort einverstanden. Es entstand ein großes Projekt. „Wir wollten unseren Kindern erlebbar machen, wie wichtig die Natur für uns Menschen ist, wie sie uns ernährt. Da Liebe bekanntlich durch den Magen geht, bot sich uns mit diesem Projekt die ideale Möglichkeit“, erklärt Kindergarten-Leiterin Margit Felkel. Essen sei für Kinder eine Selbstverständlichkeit, sie stellten sich kaum die Frage, wo Lebensmittel herkommen und welche Geschmackserlebnisse damit verbunden sind. „Die Kinder waren mit allen Sinnen dabei, haben Gemüse gefühlt, gerochen, betrachtet und geschmeckt.“ Sie machten Experimente mit Kartoffeln oder verspeisten diese, als ganz besonderes Geschmackserlebnis, ohne jede Zutat von Gewürzen.

Um herauszufinden, wo Nahrungsmittel herkommen, besuchte der Kindergarten den Bioland-Hof Sprißler in Unlingen. Mit zwei Eisenkörben gingen die Kinder aufs Feld, wo sie mit Feuereifer auf eine Grabgabel standen, um unterschiedliches Gemüse auszugraben. Davon bereiteten sie selber Salate zu und rühren Marinade an. Auch Suppen, die sie aus selbst geernteten Roten Beten Kartoffeln und Sellerie kochten, probierten sie mutig und genüsslich aus.

„Wir konnten nicht nur den Unterschied zwischen Wurzel- und Fruchtgemüse klären, sondern auch, dass krumme Karotten sich geschmacklich nicht von gerade gewachsenen Exemplaren unterscheiden. Für die Kinder war es zudem spannend zu erleben, dass die Hühner Körner fressen und den Menschen dann Eier liefern“, so Felkel. Auch am Beispiel der Kühe wurde den Kindern anschaulich vermittelt, wie wichtig Tiere für den Menschen sind und wie alles mit einer nährenden Natur zusammenhängt.

Wo kommt Brot her? Die kleinen Forscher verfolgten aufmerksam, wie sich bei den Getreidesorten die Ähren und Körner unterscheiden. Klar, dass sie wissen wollten, wie daraus Mehl entsteht. Wie staunten sie, als sie dies selber mit einer Haushalts-Mühle „zaubern“ konnten. Bei einem Spaziergang entdeckten sie dann die „Kernmühle“ und durften diese besichtigen. Senior-Chef Otto Kreutzer zeigte den kleinen Gästen sein Anwesen, beantwortete mit großer Geduld ihre vielen Fragen und erzählte, dass in der Mühle Saatgut zur Aussaat vorbereitet wird.

Als kleines Dankeschön kauften die Kinder Grieß, der im „Kindi“ mit Kuhmilch zu Brei gekocht wurde und den sie ratzeputz verspeisten.

Zum Abschluss gab es noch den großen Lieblings-Gemüsetag. Jedes Kind durfte sein favorisiertes Gemüse mitbringen und so lagen Paprika, Karotten, Gurken und Rote Bete auf dem Tisch. Die Kinder assistierten Sigrid Borst, der Fachberaterin für bewusste Kinderernährung, um aus dem gemahlenen Getreide vom Bioland-Hof einen Teig für die Weckle vorzubereiten.

Da wurde gewogen, Quark beigegeben, sorgsam darauf geachtet, dass alle Zutaten genau abgemessen waren, geknetet und ungeduldig auf die herrlich duftenden Weckle gewartet. Die Kinder teilten ihr Gemüse mit allen anderen und tunkten es begeistert in den selbst gerührten Quarkdipp. Dieser Hochgenuss war der krönende Abschluss ihres spannenden Themas. Maximilian Kohler

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