Sonst knall ich den Köter ab! - Wochenblatt

Sonst knall ich den Köter ab!
Empfehlung

13. Juli 2017
Malvine Blezu ist geschockt. Ihr geliebter Hund Ragnar wird wahrscheinlich von einem Nachbarn mit dem Tode bedroht. Fotos:maximilian kohler

Malvine Blezu aus Riedlingen ist verstört und empört zugleich. Vor etwa drei Wochen hat ihr nächtens jemand heimlich, still und leise eine anonyme Drohung in den Briefkasten geworfen. Darin wird gedroht, dass ihr kleiner Hund „abgeknallt“ wird, wenn er keine Ruhe gibt.

riedlingen – Vor drei Wochen bellte Ragnar abends laut und anhaltend. „Frauchen“ ging nicht vor die Tür, weil sie dachte, dass wieder einmal eine Katze ums Haus schleicht.

Am nächsten Morgen entdeckte sie dann die anonyme Drohung im Briefkasten. Die geschockte Frau: „Es ist doch unerhört, wenn jemand in der Nacht auf ein fremdes Grundstück geht, um eine Drohung persönlich einzuwerfen.“

Ihr Sohn Bernhard, der von der Nachtschicht nach Hause kam, fuhr mit dem Schreiben umgehend zur Polizei. Dort wurde ihm erklärt, dass man mit dem gegebenen Sachstand nichts unternehmen könne, bekam aber den Rat, strikt auf eventuelle Giftköder zu achten. Blezu hielt sich den Ratschlag und Ragnar musste einige Zeit „Stubenarrest“ erdulden.

Nachdem sich Malvine Blezu einigermaßen beruhigt hatte, ging sie mutig auf ihre direkten Nachbarn zu und fragte, ob sie sich von ihrem Hund belästigt fühlen. „Alle haben mir gegenüber beteuert, dass dies nicht der Fall sei. Ich bin wirklich an einer Lösung interessiert, falls sich jemand von Ragnar belästigt fühlt, aber doch nicht so.“ Besonders empört sie, dass der/die Unbekannte ihr anrät, Ragnar richtig zu erziehen: „Wer ist hier nicht richtig erzogen? Der Hund, der artgemäß bellt oder der Verfasser des Drohschreibens, der bei Nacht auf ein fremdes Grundstück schleicht?“

Malvine Blezu fühlt sich seit dem Drohschreiben nicht mehr richtig wohl. „Es ist ein unwirkliches Gefühl, wenn man sich beobachtet fühlt“, erklärt sie ihre Stimmungslage.

Ragnar, der scheinbare Stein des Anstoßes, ist ein kleiner, zweijähriger Mischling mit goldigen Knopfaugen. Das quirlige Kerlchen mit viel Energie ist der Sonnenschein der Riedlingerin und fühlt sich als Beschützer von Haus, Grundstück und ganz besonders seines Frauchens. „Ragnar bellt auf der Straße keine anderen Hunde, Radfahrer oder Kraftfahrzeuge an, das Grundstück betrachtet er aber als Eigentum. Wenn sich jemand dem Haus nähert, bellt er“ erzählt Blezu.

Das wirkt durchaus glaubhaft, denn während des Gesprächs mit Blezu hockt der kleine Kerl ständig vor mich hin, will gestreichelt werden und wäre am liebsten auf meinen Schoß geklettert. Maximilian Kohler

Zurück

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzbestimmungen. Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite. Cockies akzeptieren