Integrations-Manager gesucht - Wochenblatt

Integrations-Manager gesucht
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12. Oktober 2017
Abschied vom Witthoh nahmen die letzten Bewohner vor Kurzem. Foto: pm

Die Situation entspannt sich: Rund 1900 Flüchtlinge und Migranten sind derzeit im Kreis Tuttlingen. Mehr und mehr Wohnheime können geschlossen oder in Anschluss-Unterkünfte umgewandelt werden.

Region – Noch ist die BAMF, die Bundesanstalt für Migranten und Flüchtlinge, nicht fertig mit allen Anträgen auf Anerkennung. Rund 890 Menschen warten noch in Wohnheimen des Kreises auf ihren Bescheid. Doch die Zahlen der Zuwanderer sinken – in den ersten neun Monaten des Jahres sind 250 im Kreis angekommen. Die Mietverträge über die Wohnheime werden dann nach und nach gekündigt – wie das auf dem Witthoh. Oder sie werden in Anschluss-Unterkünfte umgewandelt, wie die Container in Gosheim.

Nach der Anerkennung sind die Städte und Gemeinden für die Unterbringung zuständig. Hier sind es über 1000, die eine Wohnung brauchen und die beim Jobcenter Hartz IV beziehen. Jede Gemeinde muss nach ihrer Einwohnerzahl eine bestimmte Anzahl von Migranten aufnehmen.

Nicht jede Gemeinde hat so viel Wohnungen, und so mussten auch Notmaßnahmen ergriffen werden. Es gibt aber auch andere Beispiele: „Viele haben Wohnung gefunden durch die Helferkreise“, beschreibt es Kreis-Sozialdezernent Bernd Mager.

Sprache vor Integration

Nach der Anerkennung beginnt die Integration. „360 Personen sind in Sprachkursen“, berichtet Mager – „Sprache kommt vor Integration“. Kurse, die ein oder zwei Jahre dauern und die dann in Qualifikationskursen mit Praktika münden. Diese laufen Ende des Jahres an. Viele allerdings müssen erst in einen Alphabetisierungskurs, um Lesen und Schreiben zu lernen.

Um das alles zu bewältigen, stellt das Land im Rahmen des „Paktes für Integration“ Geld zur Verfügung – insgesamt 300 Millionen Euro, von denen der Kreis rund 900 000 bekommt. Damit sollen „Integrations-Manager“ für zwei Jahre angestellt werden, die sich um Flüchtlinge und Migranten kümmern. „Sozialarbeiter wären ideal“, meint Mager – aber auch Personen, die Erfahrung in Flüchtlingsarbeit haben, sieht er als geeignet an. Für zwei Jahre – denn danach sollten sich die Flüchtlinge hier zurechtfinden.

Mit weiterem Zuzug rechnet Mager im Rahmen der Familienzusammenführung. „Hundert sind bereits so gekommen“, berichtet er. Deutschlandweit werde mit 350 000 gerechnet.

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