„Könnten stundenlang unterhalten“ - Wochenblatt

„Könnten stundenlang unterhalten“
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27. Juli 2017
Nur noch schnell die Welt retten: Dieses Lied singt Anna Sattler, begleitet vom Chor. Foto: wdb Sie freut sich über den Erfolg: Uli Groß während des Schluss-Applauses des Konzerts. FOTO: wdb

Ein völlig anderes Chorkonzert hat der Jugendchor „Wireless!“ der Chorgemeinschaft Tuttlingen zur Eröffnung des Rottweiler Ferienzaubers gegeben. Das Publikum im nahezu ausverkauften Kraftwerk war ganz aus dem Häuschen.

Tuttlingen/Rottweil – Es war ein langer aber kurzweiliger Abend. Dass der von Uli Groß geleitete Chor etwas andere Musik bringt, das hat sich schon herumgesprochen. Aber mit ihrem neuen Programm „Die Welt geht unter“ haben Choristen sich wieder selbst übertroffen. Tolle Stimmen, von denen die meisten auch solo oder in kleineren Besetzungen singen können, Beatboxer, tolle Chorsätze und durchgehend moderne Stücke einschließlich Rap – und die Begeisterung der Sänger war zu sehen und zu spüren. Und das übertrug sich natürlich aufs Publikum, das auch nach zweieinhalb Stunden Musik von Chor und Vorgruppe noch mehr hören wollte

Wir haben am Tag danach Dirigentin Uli Groß befragt.

Kompliment für das Konzert! Nachts um halb zwölf, nach zweieinhalb Stunden Musik, noch Zugabe-Rufe und Applaus im Stehen. Hatten Sie damit gerechnet?

Uli Groß: Nein, Standing Ovations hatte ich gewiss nicht erwartet nach diesem Musik-Marathon. Aber auf Zugaben mussten wir natürlich vorbereitet sein. Am Anfang unseres Chorbestehens hatten wir noch so wenig Repertoire, dass es uns manchmal passiert ist, dass wir am Ende des Konzertes nichts mehr in petto hatten. Mittlerweile könnten wir unsere Zuhörer stundenlang unterhalten.

Ein großes Repertoire und alles auswendig – wie lange und wie intensiv war die Vorbereitung?

Den Themenbeschluss hatten wir schon im letzten Sommer gefasst, aber da waren noch andere Aufgaben und Auftritte zu bewältigen, so dass wir eigentlich erst in der Dreikönigsphase 2017 mit den Vorbereitungen für das neue Programm beginnen konnten. Da begann dann eine intensive Vorbereitungszeit, auch mit Übefiles für zu Hause und vielen Extra-treffs von Kleinensembles und Einzelgruppen. Und nebenher wurde von einem Kreativteam das Thema entwickelt.

Wer hat die Stücke ausgesucht?

Ich hole grundsätzlich Vorschläge aus dem Chor ein. Daran mangelt es nie. Wir müssten Jahrzehnte proben, um die vielen Vorschläge und Denkanstöße zu nur einem Thema umzusetzen. Das Schwierige ist eher, am Ende auszusieben, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und den roten Faden zu entwickeln. Außerdem sind unsere Programme auch während der Konzertreihe ständig in Fortentwicklung. Dadurch bleibt das Thema auch für die Sänger stets interessant und aufregend.

Woher kommen Ihre Sängerinnen und Sänger?

Hm, das ist jetzt schwierig. Ein Großteil kommt aus dem Großraum Tuttlingen, aber viele kommen auch aus der Rottweiler Gegend. Einige wollten zum Studienantritt weiterhin dabei bleiben und müssen lange Fahrzeiten in Kauf nehmen.

Wie ist der Altersdurchschnitt?

Auch das ist schwankend – im Moment liegen wir knapp unter 22 Jahren.

Sind auch Musikstudenten dabei?

Ja, eine unserer Sängerinnen studiert in Trossingen.

So viele, die auch Soli oder in kleineren Besetzungen singen können – müssen neue Sänger oder -innen vorsingen, bevor sie zu „Wireless“ kommen?

Natürlich. Ich möchte jede Stimme und jede Persönlichkeit vorher kennenlernen.

Mussten Sie schon Interessenten abweisen?

Leider ja. Manchmal sogar einfach nur deswegen, weil im entsprechenden Stimmregister grade kein Platz frei war. Jede Stimme kann mit maximal sieben Personen belegt werden. Allerdings ist die Fluktuation sehr hoch, weil junge Menschen sich ja „world wide“ bewegen wollen und wir deshalb schon viele teils herzzerreißende Abschiede verarbeiten mussten.

Sie sind dabei, die zweite Wireless-CD aufzunehmen. Wie viele Stücke kommen darauf?

12 bis 13 Songs, je nachdem, wie effektiv wir an diesem Wochenende arbeiten.

Wann ist die offizielle Vorstellung der CD?

Am 1. Oktober in der Tuttlinger Stadthalle.

Was können die Zuschauer dann erwarten?

Eine weitgefächerte Mischung – wie auch bei der letzten CD. Vollchorische Arrangements wie „Engel“ von Rammstein, „Haus am See“ und der Titelmelodie von „Star Wars“, mit Begleitchor unterlegte Soli wie „Kurz die Welt retten“ und den Titelsong „Hurra, diese Welt geht unter“, den Quintett-Titel „Daft Punk“ und andere hübsche Überraschungen.

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