Krankt die neue Nutzung noch? - Wochenblatt

Krankt die neue Nutzung noch?
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6. Juli 2017
Text Foto: Der Landkreis Ravensburg hat das ehemalige Krankenhaus in Leutkirch bis auf den 2. Stock komplett vermietet Foto: Archiv

Trotz langem Kampf der Bürger und Bürgermeister wurden die Krankenhäuser von Isny und Leutkirch vor drei Jahren geschlossen. Während sich Isny mit der neuen Nutzung des Gebäudes arrangiert hat und zusammen mit der Kreisverwaltung an einem Bebauungsplan tüftelt, ist man in Leutkirch noch nicht ganz glücklich.

Isny / Leutkirch – „Für eine zufriedenstellende Nachnutzung des ehemaligen Leutkircher Krankenhauses fehlt noch eine medizinische oder medizinnahe Komponente“, betont Leutkirchs Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle.

Doch das hat der OB nicht in der Hand, denn der Landkreis ist Eigentümer der Immobilie – sowohl in Leutkirch als auch in Isny. Derzeit sind im ehemaligen Krankenhaus das Amt für Migration und Integration mit dem Sachgebiet Allgäu und das Jobcenter des Landkreises ebenso untergebracht wie verschiedene medizinische Praxen.

Die Nutzung für Einrichtungen des Landkreises sei aus Sicht der Kreisverwaltung natürlich in Ordnung, sagt der OB. „Dadurch können Zahlungen für angemietete Objekte eingespart werden. Das ist im Interesse aller Kreisbürger und Steuerzahler“, ist ihm klar. Dennoch hofft Henle auf weitere Praxen oder gar auf ein Medizinisches Versorgungszentrum. „Auch das angestrebte Hospiz würde einen Nutzen für die Menschen unserer Stadt bringen“, ist er sich sicher.

In dieser Hinsicht geht es zumindest vorwärts. Laut Auskunft von Claudia Rossman, Pressesprecherin des Landkreises, ist der zweite Stock für das Hospiz reserviert, die Verhandlungen über den Mietvertrag laufen. Im Herbst wird das Vorhaben im Kreistag vorgestellt. 2,5 Millionen Euro hat der Landkreis bislang für Umbauten berappt, um das Leutkircher Krankenhaus für die neuen Nutzungen fit zu machen. Jährlich kommen rund 400 0000 Euro Miete herein – noch ohne Hospiz-Zahlungen.

In Isny sind der Funktionsbau und das Bettenhaus des ehemaligen Krankenhauses komplett genutzt, nach vergleichsweise niedrigen Umbaukosten in Höhe von 50 000 Euro. Dort sind es rund 255 000 Euro, die an Mieten gezahlt werden von einer Dialysepraxis, dem Medizinischen Versorgungszentrum, einer Hebammenpraxis, dem Altenpflegeheim St. Franziskus und dem Altenhilfezentrum der katholischen Kirchengemeinde. Nach deren Auszug Anfang 2018 möchte die Kreisverwaltung in einem Teil des ehemaligen Bettenhauses Asylbewerber unterbringen. „Wir haben uns mit der Nachnutzung des Krankenhauses arrangiert“, sagt Bürgermeister Rainer Magenreuter. Dennoch hat er die Zukunft im Blick: Zusammen mit dem Landkreis stellt die Stadtverwaltung derzeit einen Bebauungsplan für das Krankenhaus-Areal auf.

Das heißt natürlich nicht, dass das ehemalige Krankenhaus bald abgerissen wird. Der Bebauungsplan gibt aber einen Rahmen für die Nutzung von Gebieten und damit für die mittelfristige Stadtentwicklung vor. „Mir ist wichtig, dass dort weiterhin eine medizinische Versorgung möglich ist“, unterstreicht Magenreuter. Wert legt er aber ebenso darauf, dass innerhalb dieses Bebauungsplans zusätzlich Wohnungen geschaffen werden können. „Damit könnten wir die aktuelle Wohnungsnot altstadtnah etwas lindern“, erklärt er.

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