BERLIN (dpa) — In den Jobcen­tern soll sich künftig einiges ändern. Zum einen kommt das neue Bürger­geld. Aber die neue Arbeits­agen­tur-Chefin Andrea Nahles wünscht sich auch einen anderen Umgang mit den Menschen.

Die neue Chefin der Bundes­agen­tur für Arbeit, Andrea Nahles, will einen Kultur­wan­del in den Jobcen­tern herbei­füh­ren, um etwa die Bezie­her von Bürger­geld besser anzusprechen.

«Unsere Beschei­de sind in einer kühlen juris­ti­schen Sprache verfasst, die schwer verständ­lich ist und den Menschen Sorgen­fal­ten auf die Stirn treibt. Wenn wir diese Bürger­geld­re­form machen, möchte ich, dass wir uns im Ton gegen­über den Menschen verän­dern», sagte Nahles dem Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land. «Unsere Kommu­ni­ka­ti­on muss näher an den Menschen sein.»

Neues Bürger­geld kommt im Januar

Das neue Bürger­geld soll am 1. Januar 2023 einge­führt werden und Hartz IV in seiner heuti­gen Form ablösen. Millio­nen Bedürf­ti­ge in Deutsch­land sollen damit mehr Geld und eine besse­re Betreu­ung erhal­ten. Der Schritt ist eine zentra­le Sozial­re­form der Ampel-Koali­ti­on. Unter anderem sollen Menschen, die nicht mit dem Jobcen­ter koope­rie­ren, auch weniger Sanktio­nen fürch­ten müssen.

Nahles beton­te gegen­über dem RND, dass Leistungs­emp­fän­ger weiter­hin zur Mitwir­kung verpflich­tet blieben. Sanktio­nen seien aller­dings selten. «Nur in etwa drei Prozent der Fälle kommt es zu Sanktio­nen. Da werden teils Karika­tu­ren von der Arbeit der Jobcen­ter gezeich­net», beklag­te die ehema­li­ge SPD-Chefin. «Die einen tun so, als würden die Jobcen­ter Menschen wahllos gängeln. Die anderen tun so, als gäbe es künftig keine Pflich­ten mehr. Beides ist falsch.»