MÜNCHEN (dpa) — Die Interims­spiel­stät­te der Münch­ner Philhar­mo­ni­ker ist ein urbaner Ort mit viel Poten­zi­al und alles andere als provi­so­risch. Am Freitag­abend war Eröffnung.

Mit der Urauf­füh­rung der sinfo­ni­schen Dichtung «Arising Dances» von Thier­ry Escaich am Freitag­abend haben die Münch­ner Philhar­mo­ni­ker die Isarphil­har­mo­nie in München eröffnet.

Er sei froh, dass sich die Stadt das neue Kultur­are­al Gasteig HP8 samt Konzert­saal leisten könne und wolle, hatte Oberbür­ger­meis­ter Dieter Reiter zuvor in seiner Rede gesagt und von einem sensa­tio­nel­len Projekt geschwärmt. Dabei ist der in Holzmo­dul­bau­wei­se errich­te­te Bau eigent­lich eine Zwischen­lö­sung für einige Jahre, bis das eigent­li­che Kultur­zen­trum Gasteig saniert ist. Doch nach einem Provi­so­ri­um fühlte es sich am Eröff­nungs­abend mit rund 1800 Gästen überhaupt nicht an.

Vor allem die von Yasuhi­sa Toyota geschaf­fe­ne Akustik überzeug­te die Gäste, so wie zuvor schon das Orches­ter samt Chefdi­ri­gent Valery Gergiev. Klar und trans­pa­rent verein­ten sich die Instru­men­te zu einem großen Ganzen, selbst ganz leise Passa­gen waren wunder­bar zu hören. Für die Zuhörer ein Gefühl, als säßen sie ganz nah bei den Musikern.

Mit ihrem Programm loteten das Orches­ter und der Philhar­mo­ni­sche Chor die Akustik des Saales aus, etwa mit «Métabo­les» (Wechsel­spie­le) von Henri Dutil­leux oder Maurice Ravels «Daphnis et Chloé». Ein weite­rer Höhepunkt: Der Pianist Daniil Trifo­nov, der mit dem Klavier­kon­zert Nr. 4 von Ludwig van Beetho­ven den Auftakt zu einem Zyklus von Beetho­ven-Klavier­kon­zer­ten gab.

Das gesam­te Kultur­are­al soll bis zum Frühjahr 2022 fertig sein, unter anderem mit weite­ren Veran­stal­tungs­räu­men und Gastro­no­mie. Reiter ist überzeugt: Dieses Interim werde lange Bestand haben. Entspre­chend gut gelaunt feier­ten die Gäste, wegen der neuen 3G plus-Regel ohne Maske und Abstand. Wer nicht geimpft oder genesen ist, musste einen negati­ven PCR-Test vorwei­sen. Dafür entfie­len Masken­pflicht und Abstandsregeln.

Von Cordu­la Dieck­mann, dpa