STUTTGART/NECKARGEMÜND (dpa/lsw) — Vollmun­dig hatte sich der Neckar­ge­mün­der Bürger­meis­ter über die Umstän­de der Image-Kampa­gne des Landes beschwert. Das Staats­mi­nis­te­ri­um müsse mit einem Bußgeld rechnen, hieß es sogar. Hat ein Telefo­nat den Bürger­meis­ter umden­ken lassen?

Das Staats­mi­nis­te­ri­um sieht sich noch nicht mit recht­li­chen Konse­quen­zen aus der umstrit­te­nen Plaka­tie­rung für die Image­kam­pa­gne «THE Länd« konfron­tiert. Auch drei Wochen, nachdem die Gemein­de Neckar­ge­münd nach eigenen Angaben ein Bußgeld­ver­fah­ren einge­lei­tet hatte, sei kein Bußgeld­be­scheid in der Villa Reitzen­stein einge­trof­fen, sagte ein Regie­rungs­spre­cher auf dpa-Anfrage.

Er selbst habe ein freund­li­ches Telefon­ge­spräch über den Charak­ter der Kampa­gne mit dem Neckar­ge­mün­der Bürger­meis­ter Frank Volk (partei­los) geführt. Dabei seien etwai­ge Ungereimt­hei­ten ausge­räumt worden. Die Gemein­de gibt derzeit keine Auskunft darüber, ob das Ordnungs­wid­rig­keits­ver­fah­ren — entge­gen frühe­ren Äußerun­gen — überhaupt einge­lei­tet worden ist.

Grund für die Unstim­mig­kei­ten zwischen Kommu­ne und Land war, dass ein gelbes Plakat mit dem schwarz geschrie­be­nen Slogan «Willkom­men in the Länd» unter­halb eines Ortsein­gangs­schil­des von Neckar­ge­münd angebracht worden war. Aus Sicht der Kommu­ne hätte dies den Verkehr gefähr­den können, da Autofah­rer abgelenkt und zum Abbrem­sen verlei­tet werden könnten.

Auf Facebook hatte der Bürger­meis­ter der Gemein­de im Rhein-Neckar-Kreis seinem Ärger über die überra­schen­de Aktion Luft gemacht. Sie sei ein «Schlag in das Gesicht» für alle Verei­ne und Gewer­be­trei­ben­de, die ordnungs­ge­mäß eine Plaka­tie­rungs­ge­neh­mi­gung benöti­gen und beantra­gen». Das Land will mit seiner Kampa­gne Fachkräf­te aus aller Welt anlocken.