RAVENSBURG — Die Oberschwa­ben­kli­nik muss aufgrund knappen Perso­nals in der kommen­den Woche voraus­sicht­lich planba­re Behand­lun­gen verschie­ben. An allen Stand­or­ten sowie über alle Fachbe­rei­che hinweg müssen Patien­ten damit rechnen, dass bereits zugesag­te Termi­ne nicht statt­fin­den können. 

Wie viele andere Krank­häu­ser ist auch die OSK gleich von mehre­ren Seiten her in Bedräng­nis. Die Zahl der Corona­pa­ti­en­ten verharrt auf hohem Niveau. Krank­heits­aus­fäl­le vor allem in der Pflege sind weiter­hin überdurch­schnitt­lich hoch und können in der Ferien­zeit noch schwe­rer ausge­gli­chen werden als ohnehin schon. Zu alledem kommt hinzu, dass sich die Zahl der Patien­ten in den Notauf­nah­men beharr­lich auf einem bisher im Sommer nicht gekann­ten Höhe bewegt.

„Wir halten die Notfall­ver­sor­gung unein­ge­schränkt aufrecht und wir behan­deln lebens­ge­fähr­lich er-krank­te Menschen natür­lich unver­än­dert in der medizi­nisch gebote­nen Schnel­lig­keit“, sagt Swen Wendt, Sprecher der Leitun­gen Pflege- und Prozess­ma­nage­ment in der OSK. Dies sei aber nur noch zu gewähr­leis­ten, wenn an anderen Stellen punktu­ell medizi­nisch vertret­ba­re Einschrän­kun­gen verfügt werden. Wendt: „Wir haben dies hinaus­zö­gert, solan­ge es ging. Aber jetzt ist der Punkt abseh­bar, an dem wir unsere Kapazi­tä­ten auf die Menschen konzen­trie­ren müssen, die eine Behand­lung am nötigs­ten haben.“

Die Zahl der Corona­pa­ti­en­ten in den OSK-Häusern liegt auch in dieser Woche zwischen 30 und 35. Sie hat sich seit etwa drei Wochen auf diesem bislang in den Sommer­mo­na­ten noch nie erreich­ten Niveau einge­pen­delt. „Die Zahl der Corona­pa­ti­en­ten ist noch beherrsch­bar, auch wenn jeder einzel­ne erhöh­ten Aufwand bedeu­tet“, sagt Wendt. „Ein viel größe­res Problem ist aber, dass auch unsere Beschäf­tig­ten erkran­ken und wir konti­nu­ier­lich deutlich überdurch­schnitt­li­che Krank­heits­quo­ten verzeichnen.“

Im ersten Halbjahr des vergan­ge­nen Jahres waren bereits mehr Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter erkrankt als in Zeiten vor Corona. Die Quote lag bei 4,76 Prozent. Im ersten Halbjahr dieses Jahres ist sie auf 7,25 Prozent hochge­schnellt. In der Pflege sind es sogar knapp acht Prozent. „Solch massi­ve Krank­heits­aus­fäl­le über so lange Zeiträu­me hinweg können wir nicht mehr auffan­gen,“ erläu­tert Wendt. 

Hinzu kommt jetzt die Urlaubs­zeit. Urlaubs­pha­sen werden in norma­len Jahren so geplant, dass auch bei Perso­nal­aus­fäl­len die Versor­gung jeder­zeit gewähr­leis­tet ist. „Wir können Urlau­be aber nicht nach Belie­ben aufschie­ben“, betont Wendt. „Die Kolle­gin­nen und Kolle­gen haben auch im Kranken­haus einen Anspruch darauf. In diesem Jahr verschärft die Ferien­zeit noch unsere Personalengpässe.“ 

Wendt appel­liert eindring­lich an die Menschen, sich bei leich­te­ren Beschwer­den nicht gleich an die Notauf­nah­men der Kranken­häu­ser, sondern an die Praxen und Notfall­diens­te der nieder­ge­las­se­nen Ärzte zu wenden. Genaue­re Infor­ma­tio­nen gibt es auf der OSK-Homepage im Bereich „Notauf­nah­me“.

„Selbst­ver­ständ­lich wird in den OSK-Häusern jeder Notfall­pa­ti­ent unver­än­dert von einem Arzt gesehen“, sagt Wendt. Im vergan­ge­nen Jahr seien in die OSK 54 000 Notfall­pa­ti­en­ten gekom­men. Im EK Ravens­burg seien es 34 000 gewesen. Das si