TÜBINGEN (dpa) — Der Tübin­ger Oberbür­ger­meis­ter Boris Palmer geht nicht davon aus, dass er noch vor der nächs­ten OB-Wahl von den Grünen aus seiner Partei ausge­schlos­sen wird. «Die werden es ja nicht schaf­fen, das Verfah­ren bis zur Wahl durch­zu­füh­ren», sagte Palmer in der ARD-Sendung «Maisch­ber­ger. Die Woche» am Mittwochabend.

Die Frage seiner Kandi­da­tur ließ Palmer weiter offen. Ob er bei der Wahl des Stadt­ober­haupts in Tübin­gen etwa als unabhän­gi­ger Kandi­dat oder für eine andere Partei antre­ten könnte, wollte Palmer nicht klar beant­wor­ten. «Es ist irgend­wie schon schwer vorstell­bar, gleich­zei­tig nominiert zu werden und ausge­schlos­sen zu werden. Das geht wohl beides nicht so gut», sagte der bundes­weit bekann­te, aber in seiner Partei umstrit­te­ne Grünen-Politi­ker. Von der FDP habe er keine Einla­dung bekom­men. «Ehrlich gesagt, vorstel­len kann ich es mir auch nicht», erklär­te Palmer mit Blick auf eine Kandi­da­tur für die FDP.

Ein Landes­par­tei­tag hatte Anfang Mai beschlos­sen, ein Partei­ord­nungs­ver­fah­ren gegen den wegen seiner Provo­ka­tio­nen umstrit­te­nen Palmer anzustren­gen. Gewählt werden soll der neue OB von Tübin­gen im Herbst. Den Kandi­da­ten dazu wollen die Grünen in der Uni-Stadt in einer Urwahl bestim­men. Die Ortsvor­ste­he­rin im Tübin­ger Stadt­teil Weilheim, Ulrike Baumgärt­ner, hat dazu bereits ihren Hut in den Ring gewor­fen. Entschei­den möchte der grüne Stadt­ver­band im April. In der Frage des mögli­chen Partei­aus­schlus­ses erhielt Palmer zuletzt Unter­stüt­zung durch einen Aufruf von Initia­to­ren aus dem Tübin­ger Kreis­ver­band. Eine Gruppe von etwa 500 Partei­mit­glie­dern vor allem aus dem Südwes­ten stell­ten sich darin hinter Palmer.