OCHSENHAUSEN — Das kann sich sehen lassen. Ein gerade­zu maßge­schnei­der­ter Saison­auf­takt für die TTF Liebherr Ochsen­hau­sen. Das Team fertig­te den letzt­jäh­ri­gen Play-off-Halbfi­na­lis­ten Fulda-Maber­zell in nur einer Stunde und 50 Minuten mit 3:0 ab und gönnten dem in Bestbe­set­zung angetre­te­nen Gegner ledig­lich zwei Sätze. 

Damit setzten die Oberschwa­ben gleich eine Duftmar­ke und schoben sich an die Spitze des Liga-Tableaus, auch wenn die Tabel­le zum jetzi­gen Zeitpunkt natür­lich noch sehr wenig Aussa­ge­kraft hat. Doch für die Psyche und das Selbst­ver­trau­en der Spieler ist ein solcher Saison­start grund­sätz­lich gut. Zudem war die Revan­che für die letzte Saison vollauf geglückt, in der man gegen die Osthes­sen zwei Nieder­la­gen und zu Hause gar ein bitte­res 0:3 kassiert hatte. Und schließ­lich war man letzte Saison an Fulda so hauch­dünn im Kampf um die Play-offs gescheitert. 

210 Zuschau­er waren in die Dr.-Hans-Liebherr Halle gekom­men – angesichts des schönen Spätsom­mer­ta­ges und des Umstan­des, dass noch Schul­fe­ri­en sind und viele noch in Urlaub weilen, ein ordent­li­cher Besuch. Und die Fans sorgten für tolle Stimmung in der Halle. 

Gauzy souve­rän, Jha bären­stark, Robles mit Happyend 

Sie erleb­ten zum Auftakt das Match zwischen Simon Gauzy und Fuldas Jungna­tio­nal­spie­ler Fan Bo Meng. Ein Sieg des hochge­wach­se­nen Links­hän­ders wäre natür­lich ein frühes Break gewesen und hätte die TTF unter Druck gesetzt. Doch Gauzy ging hochkon­zen­triert zu Werke, machte ohne nennens­wer­te Fehler sein Spiel und ließ seinem Gegner beim 11:4, 11:5, 11:8 keine Chance. Der Leader ging also voran und erledig­te seinen Job richtig gut. 

Da wollte Kanak Jha nicht nachste­hen, auch wenn sich eine hohe Hürde vor dem jungen US-Boy auftürm­te. Sein Gegner war kein Gerin­ge­rer als der Nigeria­ner Quadri Aruna, aktuel­le Nummer 15 der Weltrang­lis­te und somit „ranghöchs­ter“ Spieler in der Halle. Der erste Satz verlief sehr ausge­gli­chen, doch Jha schnapp­te ihn sich in der Verlän­ge­rung. Im zweiten Durch­gang lief alles perfekt bei dem Ochsen­hau­ser, der auf nahezu jeden Ball Arunas die besse­re Antwort parat hatte. Zu perfekt? Es war klar, dass sich der Weltklas­se-Afrika­ner nicht so leicht geschla­gen geben würde, im dritten Durch­gang ging es wieder recht eng zu, aber Jha behielt Nerven und Übersicht und tütete schließ­lich mit einem 11:9 die auch psycho­lo­gisch überaus wichti­ge 2:0‑Pausenführung seines Teams ein. 

Es folgte die mit Spannung erwar­te­te Premie­re des Spani­ers Alvaro Robles im TTF-Dress. Links­hän­der Robles verfügt zwar über acht Jahre TTBL-Erfah­rung, doch das erste Match für ein neues Team ist psycho­lo­gisch immer schwie­rig. So gesehen war es schon von Vorteil, dass Robles gegen den aggres­siv angrei­fen­den Franzo­sen Alexand­re Cassin, der letzte Saison auf Anhieb die Traum­bi­lanz von 20:5 in der Bundes­li­ga einge­fah­ren hatte, bei einer 2:0‑Führung für seine Mannschaft an den Tisch gehen konnte. Dennoch legte Cassin, der übrigens regel­mä­ßig in Ochsen­hau­sen trainiert, los wie die Feuer­wehr und sicher­te sich die ersten beiden Durch­gän­ge deutlich. Im dritten Durch­gang hatte Robles dann das Glück des Tüchti­gen. Nach einer leich­ten Finger­ver­let­zung mit entspre­chen­der Behand­lungs­pau­se konnte sein Gegner zwar weiter­spie­len, fand aber nicht mehr in seinen so dynami­schen Auftakt-Rhyth­mus, während der TTF-Spani­er sein Spiel konstant durch­zog und zuneh­mend Oberwas­ser bekam. Robles egali­sier­te, jedoch wurde es im Entschei­dungs­durch­gang nochmals richtig eng mit dem besse­ren Ende für den Ochsen­hau­ser, der mit 11:9 gewann und somit den ersten Saison­sieg seines Teams eintütete. 

„Perfek­ter Saison­start und tolle Mannschafts­leis­tung“ – Stimmen zum Spiel 

Das mit fünf Kameras gestream­te Spiel, das auf Twitch in sehr anspre­chen­der Quali­tät live zu sehen war, war absolut sehens­wert und bot Bundes­li­ga­tisch­ten­nis auf hohem Niveau. Natür­lich war man im TTF-Lager überaus zufrie­den mit