FRIEDRICHSHAFEN — 1984 stand Peter Fischer­kel­ler noch vor der Baugru­be am See und schimpf­te – wie viele andere – über das Bürger­haus, dass dort entste­hen sollte. Ein Jahr später arbei­te­te er genau dort und für dieses Haus, das ihn dann doch begeis­ter­te. Und das tut es bis heute: „Das Graf-Zeppe­lin-Haus ist eines der schöns­ten Kultur- und Kongress­häu­ser, die ich kenne. Hier passt einfach alles: Das Team und die Technik, Ambien­te und Archi­tek­tur“, schwärmt er kurz vor seinem Ruhestand. „Ich bin stolz darauf, hier arbei­ten zu dürfen.“

Einge­stellt wurde Peter Fischer­kel­ler 1985 als Haustech­ni­ker, gesucht wurde damals laut Stellen­an­zei­ge ein Schrei­ner, gelernt hat Fischer­kel­ler Zimmer­mann. Einge­stellt wurde er trotz­dem, ein halbes Jahr vor der Eröff­nung. „Hinter­her verriet man mir: Weil ich den wildes­ten Lebens­lauf von allen hatte.“ Man fand wohl, dass so einer gut in den Job passen würde. Eine gute Entschei­dung, wie sich rasch heraus­stell­te: Fischer­kel­ler kümmer­te sich mit um die Erstaus­stat­tung des Hauses, kennt bald jeden Winkel und jedes Möbel­stück, jedes Kabel. Und zählt auf: „Wir haben das Haus mit 4.000 Stühlen und 700 Tischen ausge­stat­tet, 900 Schließ­zy­lin­der einge­baut, Technik und Gastro­no­mie einge­rich­tet und das Lager aufge­baut.“ 2010 wurde ein komplet­tes Daten­netz­werk einge­baut, rund 600 Kilome­ter Kabel wurden dafür im Haus verlegt. 2011 kam die Drehbüh­ne, 2015 WLAN im ganzen Haus, 2019 und 2020 wurde die Lüftung erneu­ert, seit 2020 läuft die Sanie­rung der Tiefga­ra­ge. Schnell wird klar: Fischer­kel­ler ist ein Team-Player: „Das Graf-Zeppe­lin-Haus war und ist eine Team-Leistung.“ Seit Anfang Januar arbei­tet er seinen Nachfol­ger Chris­ti­an Raeder ein. 

Das Haus und seine vielfäl­ti­gen Anfor­de­run­gen hat Fischer­kel­ler immer gefor­dert, die Stadt hat ihn zudem geför­dert: 1996 machte Fischer­kel­ler eine Ausbil­dung zum Bühnen­meis­ter, 1997 folgte die Ausbil­dung zum Beleuch­tungs­meis­ter. Von 1997 bis 2014 war er stell­ver­tre­ten­der Techni­scher Leiter, ab 2014 schließ­lich Techni­scher Leiter. Und als ob das nicht genug wäre, hat er „neben­bei“ noch beim Kultu­ru­fer von 2012 bis 2019 die techni­sche Leitung übernom­men. Lange­wei­le kennt Fischer­kel­ler also nicht. Betont aber mit Blick auf den nahen Ruhestand: „Und jetzt nehme ich mir mehr Zeit für meine Frau und meine zwei Enkel, ich habe einen Hund, sechs Alpakas auf der Wiese, ein Wohnmo­bil, das bewegt werden möchte und gehe gerne zum Wandern.“

Lange­wei­le wird es also für den 63-Jähri­gen auch ab April nicht geben.

Zurück­bli­cken kann er dann nicht nur auf ein erfüll­tes und erfolg­rei­ches Berufs­le­ben, sondern auch auf viele persön­li­che Höhepunk­te, spannen­de Entwick­lun­gen des Hauses und unzäh­li­ge Anekdo­ten: Er hat große Produk­tio­nen mit Stars wie Anne-Sophie Mutter und Nigel Kenne­dy beglei­tet. Freddy Quinn hat ihn nach seinem Auftritt in der Garde­ro­be aufge­for­dert: „Na, Junge, trinken wir noch ein Bier zusam­men.“ Es wurden dann zwei oder drei. Es war der letzte Auftritt von Freddy Quinn in Fried­richs­ha­fen und einer der letzten in seiner Karrie­re. Reinhard Mey wollte ohne seinen erkrank­ten Bodyguard im GZH keine Autogram­me geben, stell­te dann aber fest: „Wenn Sie sich hinter mich stellen, gebe