LOS ANGELES (dpa) — Harvey Weinstein wird im Rollstuhl ins Gericht gescho­ben. Ankla­ge und Vertei­di­gung halten ihre Eröff­nungs­plä­doy­ers. Der Prozess um sexuel­le Übergrif­fe beginnt mit viel Drama — und drasti­schen Details.

Zum zweiten Mal steht der frühe­re Filmmo­gul Harvey Weinstein wegen sexuel­ler Übergrif­fe vor Gericht. Nach einem Prozess in New York, der 2020 mit einem Schuld­spruch und langer Haft endete, spielt das neuer­li­che Gerichts­dra­ma in Los Angeles, wo Weinstein einst als Star-Produ­zent von Filmhits gefei­ert wurde. Im Rollstuhl sitzend wurde der 70-Jähri­ge zum Prozess­auf­takt am Montag aus der Haftan­stalt in den Gerichts­saal gebracht. Mit Mühe sei er aufge­stan­den, um neben seinen Anwäl­ten auf einem Stuhl Platz zu nehmen, wie vor Ort anwesen­de Journa­lis­ten berichteten.

Bei den Eröff­nungs­plä­doy­ers erhob die Staats­an­walt­schaft in Kalifor­ni­en schwe­re Vorwür­fe. Ankla­ge­ver­tre­ter Paul Thomp­son zeigte am Montag (Ortszeit) vor Gericht Fotos von Frauen, die bei dem Prozess über Verge­wal­ti­gung und andere sexuel­le Übergrif­fe Weinsteins aussa­gen würden. Er zitier­te vor den zwölf Geschwo­re­nen Auszü­ge aus Schil­de­run­gen dieser Frauen mit teils drasti­schen Details.