KIEW (dpa) — Russland verstärkt die Angrif­fe auf die Ukrai­ne. Laut ukrai­ni­schen Armee­an­ga­ben konzen­trie­ren sich die russi­schen Truppen derzeit auf die Einkrei­sung Kiews.

Russi­sche Truppen setzen nach ukrai­ni­schen Armee­an­ga­ben ihren Vormarsch auf die Haupt­stadt Kiew fort. «Die Haupt­an­stren­gun­gen der Besat­zer konzen­trie­ren sich auf die Einkrei­sung Kiews», heißt es im Morgen­be­richt der ukrai­ni­schen Armee.

Es wurden zunächst keine Angaben zu Kämpfen rund um die Millio­nen­stadt gemacht. Die Stadt löste seit Mitter­nacht mehrfach Luftalarm aus. Die Bewoh­ner sollten sich in Luftschutz­bun­ker in Sicher­heit bringen.

Vertei­di­gungs­mi­nis­ter Oleksij Resni­kow berich­te­te, dass die ukrai­ni­sche Marine ihr Flagg­schiff «Hetman Sahaj­da­tschnyj» selbst versenkt habe, damit es nicht den Gegnern in die Hände falle. Die Fregat­te lag zur Repara­tur vor Anker.

Truppen vom Flugplatz Hosto­mel abgezogen

Laut ukrai­ni­scher Darstel­lung haben sich russi­sche Truppen von dem strate­gisch wichti­gen Flugplatz Hosto­mel nordwest­lich von Kiew zurück­ge­zo­gen. Die südukrai­ni­sche Hafen­stadt Mariu­pol sei inzwi­schen aber komplett von feind­li­chen Kräften einge­schlos­sen. «Der Feind hatte einen erheb­li­chen techni­schen Vorteil», hieß es. Zudem sei das Flugab­wehr­sys­tem an der Schwarz­meer­küs­te angegrif­fen worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhän­gig überprüfen.

Nach Angaben von Vertei­di­gungs­mi­nis­ter Resni­kow halten ukrai­ni­sche Kräfte an strate­gisch wichti­gen Orten den Angrei­fern Stand, etwa in den nordost­ukrai­ni­schen Gebie­ten Sumy und Tscher­ni­hiw. «Der Feind ist verwirrt und einge­schüch­tert», schrieb Resni­kow bei Facebook. Die ukrai­ni­schen Streit­kräf­te hätten ungeheu­re Mengen an Militär­tech­nik und Waffen erbeu­tet sowie mehr als 10 000 russi­sche Solda­ten getötet, behaup­te­te er. Der General­stab hatte kurz davor noch von gut 9100 getöte­ten Gegnern gesprochen.