STUTTGART (dpa) — Angesichts des Krieges in der Ukrai­ne ist Wolfgang Schäub­le in Sorge um den Frieden in Europa — und zieht dabei in einem Inter­view histo­ri­sche Parallelen.

Der CDU-Politi­ker Wolfgang Schäub­le hat Paral­le­len zwischen dem Vorge­hen des russi­schen Präsi­den­ten Wladi­mir Putin und dem von Adolf Hitler sowie der Reakti­on des Westens gezogen.

«Das ist natür­lich die erschre­cken­de Paral­le­le», sagte der frühe­re Bundes­tags­prä­si­dent in einem Inter­view mit der «Badischen Zeitung» auf die Frage nach der Gefahr eines Dritten Weltkriegs. Hitler habe schon früh in seinem Buch «Mein Kampf» geschrie­ben, dass er die Ergeb­nis­se des Ersten Weltkriegs rückgän­gig machen wolle. Zunächst habe es dann — auch nach dem Einmarsch der Wehrmacht ins Rhein­land und anderen Schrit­ten Hitlers — keine Mehrheit in Großbri­tan­ni­en, Frank­reich und den USA gegeben für eine andere Politik als die des «Appease­ment», also einer Politik der Zurück­hal­tung gegen­über außen­po­li­tisch aggres­si­ven Staaten.

Erst nach dem Zusam­men­bruch Frank­reichs 1940 und als Europa insge­samt unter die Herrschaft Nazi-Deutsch­lands gekom­men sei, habe die Stunde des briti­schen Premier­mi­nis­ters Winston Churchill geschla­gen, der die Briten zum Kampf gegen Hitler motivier­te. Vorher habe er keine Mehrheit für seine Politik finden können. «Bei Putin sind die Paral­le­len groß», sagte Schäub­le. Es gebe aber einen Unter­schied. Putin habe gedacht, dass er die Ukrai­ne genau­so schnell erobern würde wie Hitler im Frühjahr 1939 die Tsche­cho­slo­wa­kei. «Aber der helden­haf­te Wider­stand der Ukrai­ne hat das als eine Illusi­on zerplat­zen lassen.» Zudem habe Putin auf die Spaltung Europas und Ameri­ka gesetzt — die sei aber nicht einge­tre­ten, das atlan­ti­sche Bündnis sei zusam­men­ge­rückt. Putin habe das Gegen­teil erreicht von dem was er wollte.

Bereits 2014 Paral­le­len zwischen Putin und Hitler gezogen

Trotz­dem sieht der