Mamma Mia! Sebas­ti­an Vettels letztes Monza-Heimspiel für Ferra­ri wird zum Debakel. Die Brems­lei­tung seines Wagens explo­diert. Schluss. Aus. Ende. Charles Leclerc hat einen Crash beim Chaos-Rennen. Lewis Hamil­ton erhält eine Zeitstra­fe. Pierre Gasly gewinnt sensationell.

«Am Diens­tag bin ich im Simula­tor, das Auto hält wenigs­tens», sagte der vierma­li­ge Formel-1-Weltmeis­ter nach seiner desas­trö­sen Abschieds­vor­stel­lung für die Scude­ria in der Lombar­dei. An Vettels Dienst­wa­gen explo­dier­ten die Bremsen — hochge­fähr­lich, bei einem Crash standen zum Glück nur Styro­por-Aufstel­ler im Weg. Stall­ri­va­le Charles Leclerc krach­te einige Runden nach dem frühen Vettel-Aus beim 999. Rennen der Scude­ria brutal in die Reifen­sta­pel, blieb aber unverletzt.

«Schlim­mer geht immer in diesem Jahr», meinte der Deutsche am Sonntag. «Aber was bleibt mir denn übrig?». Ferra­ri-Teamchef Mattia Binot­to zog ein vernich­ten­des Urteil. «Das ist der schlimms­te Ausgang eines schwie­ri­gen Wochen­en­des», resümier­te er.

Im irren Spekta­kel mit zwei Safety-Car-Phasen, einer Unter­bre­chung von 21 Minuten nach dem Leclerc-Unfall und einer Zeitstra­fe gegen WM-Spitzen­rei­ter Lewis Hamil­ton trium­phier­te sensa­tio­nell der Franzo­se Gasly von Alpha Tauri vor Vettels Ferra­ri-Nachfol­ger Sainz und Lance Stroll im Racing Point. Zwölf Jahre nach Vettels Formel-1-Premie­ren­sieg im Toro Rosso war erstmals das Nachfol­ge­team erfolg­reich. Merce­des-Mann Hamil­ton kämpf­te sich nach einer Aufhol­jagd als Siebter immer­hin noch in die Punkte zurück.

Au weia, Ferra­ri. Das Wochen­en­de hatte schon schlecht begon­nen. Erstmals seit 1984 stand kein Scude­ria-Mann unter den Top Ten der Start­auf­stel­lung. Nach dem Erlöschen der Roten Ampeln im 999. Grand Prix der Italie­ner hielt Vettel noch seinen 17. Rang, Stall­ri­va­le Leclerc den 13. «Es sind harte Zeiten», hatte Sport­di­rek­tor Laurent Mekies schon zuvor festgestellt.

Fern an der Spitze vertei­dig­te Hamil­ton souve­rän die 94. Pole seiner Karrie­re. Merce­des-Teamkol­le­ge Valtte­ri Bottas bekam dagegen sofort Druck von den starken McLaren-Fahrern Carlos Sainz und Lando Norris. Bis auf Platz sechs fiel der Finne in seinem Silber­pfeil zurück.

Im Hinter­feld erleb­te dagegen Vettel sein nächs­tes Formel-1-Drama in diesem Jahr. Erst explo­dier­te die Brems­lei­tung an seinem Ferra­ri, dann krach­te er durch die Styro­por-Absper­rung ausgangs der ersten Kurve. «Wir haben es schon die Runden zuvor gemerkt, dass etwas nicht stimmt», bemerk­te der mitleid­erre­gen­de Vettel.

Erst sei hinten links etwas schief gelau­fen, dann hinten rechts. Die Hydrau­lik­flüs­sig­keit fing sogar Feuer. Vettel rollte mit seinem lahmen­den Wagen zurück in die Box und stell­te ihn in der achten Runde ab. «Ich weiß im Moment auch nicht weiter», sagte der ratlo­se Heppen­hei­mer, der in Monza 2008 mit Toro Rosso seinen ersten Formel-1-Sieg geholt hatte. «Das Ferra­ri-Auto ist unfahr­bar», kommen­tier­te Nico Rosberg im TV-Sender RTL.

Vettel zwäng­te sich später mit schwar­zem Rucksack durch die blick­dich­ten Glastü­ren am Ferra­ri-Motor­home. «Im Moment ist der Spaßfak­tor nicht auf dem Höhepunkt», räumte der 33-Jähri­ge gefasst ein. «Der Drops ist aber gelutscht. Nächs­tes Jahr betrifft mich nicht.» Vettel muss Ferra­ri im Winter verlassen.

Sein Stall­ri­va­le Leclerc hat einen Vertrag bis Ende 2024 — in der 25. Runde war aber auch für ihn nach einem Crash in der Parabo­li­ka Schluss. Der Monegas­se konnte aber selbst wieder aus seinem Auto steigen, die Medizi­ner check­ten ihn durch. «Ich hatte einen harten Einschlag, aber ich fühle mich schon okay», befand Leclerc. Der G