Die Infek­ti­ons­zah­len sind hoch und neue Virus­va­ri­an­ten verschär­fen das Anste­ckungs­ri­si­ko. Wer Ostern dennoch einen Famili­en­be­such plant, sollte vorsich­tig sein.

BERLIN (dpa) — Endlich Tante, Onkel, Oma und Opa sehen? Der Inten­siv­me­di­zi­ner Chris­ti­an Karagi­ann­i­dis warnt vor einer großen Anste­ckungs­ge­fahr beim Besuch der Großel­tern an Ostern gewarnt.

Die Virus­va­ri­an­te B.1.1.7 habe alles verän­dert, diesmal seien auch die Kinder Infek­ti­ons­trei­ber, sagte der wissen­schaft­li­che Leiter des Inten­siv­re­gis­ters der Fachge­sell­schaft Divi in der Fernseh­sen­dung «rbb Spezi­al: Der Talk». Sein dringen­der Appell sei deshalb: «Wenn ihr euch Karfrei­tag oder Oster­sonn­tag mit den Großel­tern trefft, macht doch morgens einfach kurz den Test.» Divi steht für Inter­dis­zi­pli­nä­re Verei­ni­gung für Inten­siv- und Notfallmedizin.

Über die Pande­mie-Lage sagte er: «Wir sind am absolut kritischs­ten Punkt der Pande­mie seit zwölf Monaten.» Mit den jetzi­gen Maßnah­men sei nicht zu verhin­dern, «dass wir wieder ein Allzeit­hoch der Inten­siv­pa­ti­en­ten mit Covid-19 sehen werden.» Allein das Impfen reiche jetzt nicht mehr aus, «die Welle zu stoppen, dass wir noch einmal extrem viele Patien­ten auf der Inten­siv­sta­ti­on sehen werden.»

Der Medizi­ner forder­te einen Lockdown über Ostern, rasche­res Impfen — zunächst schnell die über 50-Jähri­gen — und «testen, testen, testen».