LUXEMBURG (dpa) — Die Ukrai­ne habe bereits durch ihr Handeln gezeigt, «dass sie die europäi­schen Krite­ri­en erfüllt», sagt Präsi­dent Selen­skyj. Und warnt vor Putin — ohne ihn beim Namen zu nennen.

Die Ukrai­ne betrach­tet sich nach den Worten ihres Präsi­den­ten Wolodym­yr Selen­skyj schon jetzt als Teil der Europäi­schen Union.

«Die Ukrai­ne ist bereits de facto Mitglied der EU gewor­den», sagte Selen­skyj in einer Video­an­spra­che vor dem luxem­bur­gi­schen Parla­ment. «Ich glaube, dass die Ukrai­ne bereits durch ihr Handeln zeigt, dass sie die europäi­schen Krite­ri­en erfüllt.»

Selen­skyj zeigte sich überzeugt, dass sich Luxem­burg dafür einset­zen werde, im Juni den offizi­el­len Status eines EU-Beitritts­kan­di­da­ten zu erhal­ten und «in einem beschleu­nig­ten Verfah­ren EU-Mitglied zu werden». «Europa steht vor einem großen Test. Ist Europa fähig, seine Werte zu vertei­di­gen?», sagte der ukrai­ni­sche Präsident.

Selen­skyj warnt vor «dunklen Stunden» wie im Zweiten Weltkrieg

Ohne den russi­schen Präsi­den­ten Wladi­mir Putin nament­lich zu erwäh­nen, sagte er: «Man muss diesen einzel­nen Menschen daran hindern, die europäi­schen Werte zu zerstö­ren. Wenn es uns nicht gemein­sam gelingt, diesen Mann zu stoppen, dann sind dies dunkle Stunden. Dunkle Stunden, die wir bereits im Zweiten Weltkrieg erlebt haben.»

Selen­skyj forder­te weite­re Sanktio­nen der EU gegen Russland und die Liefe­rung von «mehr Waffen, moder­nen Waffen». Der russi­sche Angriff auf die Ukrai­ne sei eine «Katastro­phe von globa­lem Ausmaß, die uns an den Zweiten Weltkrieg erinnert, als die Bedro­hung durch die Nazis auf ganz Europa lastete».