STUTTGART (dpa) — Für Deutsch­lands wohl umtrie­bigs­ten Oberbür­ger­meis­ter geht es jetzt ums Ganze: Boris Palmer will eine dritte Amtszeit in Tübin­gen. Sollte er die Wahl verlie­ren, will er ganz raus aus der Politik.

Für ihn ist es eine Wahl ohne Netz und doppel­ten Boden: Tübin­gens Oberbür­ger­meis­ter Boris Palmer kämpft am heuti­gen Sonntag um eine dritte Amtszeit — und damit auch um seine politi­sche Zukunft. Sollte er im ersten Wahlgang nicht an erster Stelle liegen, werde er im zweiten Wahlgang gar nicht mehr antre­ten, hatte der bundes­weit bekann­te Politi­ker angekün­digt. Palmer tritt als unabhän­gi­ger Kandi­dat an, weil er sich mit seiner Partei verkracht hat. Die Mitglied­schaft des 50-Jähri­gen bei den Grünen ruht bis Ende 2023 wegen Streits um Tabubrü­che und Rassismusvorwürfe.

Rund 69 000 Tübin­ge­rin­nen und Tübin­ger sind wahlbe­rech­tigt. Für die OB-Wahl sind sechs Kandi­da­ten zugelas­sen. Palmers aussichts­reichs­te Konkur­ren­tin­nen sind Ulrike Baumgärt­ner (Grüne) und Sofie Geisel (SPD, von der FDP unter­stützt). Erlangt niemand die absolu­te Mehrheit im ersten Wahlgang, ist ein zweiter erf