Gemut­maßt wurde es schon länger, jetzt kam die Bestä­ti­gung des Königs­hau­ses: Juan Carlos ist in den Verei­nig­ten Arabi­schen Emira­ten.

Bisher hatten sich sowohl die «Casa Real» als auch die spani­sche Regie­rung zu diesem Thema in Schwei­gen gehüllt.

Bereits vor einigen Tagen hatte die in Sachen Monar­chie gut infor­mier­te Zeitung «ABC» inmit­ten wilder Speku­la­tio­nen versi­chert, Juan Carlos habe bei befreun­de­ten Scheichs in Abu Dhabi in den Emira­ten Zuflucht gefun­den. Er unter­hal­te beste Bezie­hun­gen zum Kronprin­zen, Scheich Moham­med bin Said Al Nahjan, und habe zunächst im «Emira­tes Palace», einem der teuers­ten Hotels der Welt, Unter­kunft bezogen, so das Blatt.

In einem vom Königs­haus am 3. August veröf­fent­lich­ten Brief an seinen Sohn und Nachfol­ger Felipe VI. hatte Juan Carlos mitge­teilt, dass er ins Ausland ziehe — wegen der Finanz­af­fä­re um mutmaß­li­che Schmier­geld­zah­lun­gen beim Bau einer Hochge­schwin­dig­keits­bahn­stre­cke in Saudi-Arabi­en. Damit wolle er die Arbeit Felipes «erleich­tern». Seitdem war sein Aufent­halts­ort unbekannt geblie­ben.

Ungeach­tet der myste­riö­sen Ausrei­se versi­cher­te die spani­sche Regie­rung von Minis­ter­prä­si­dent Pedro Sánchez, der «emeri­tier­te König» sei nicht vor der Justiz geflo­hen. Sánchez’ zweiter Stell­ver­tre­ter, Pablo Iglesi­as vom Koali­ti­ons-Junior­part­ner Unidas Podemos, sprach dagegen von einer «unwür­di­gen Flucht». Ein Anwalt von Juan Carlos versi­cher­te, sein Mandant stehe der spani­sche Justiz auch nach der Ausrei­se zur Verfü­gung.

In dem Skandal geht es um mutmaß­li­che Schmier­geld­zah­lun­gen beim Bau einer Hochge­schwin­dig­keits­bahn­stre­cke in Saudi-Arabi­en durch ein spani­sches Konsor­ti­um. Juan Carlos soll 2008 von den Saudis 100 Millio­nen US-Dollar für die Vermitt­lung kassiert haben. Damals genoss er als Monarch zwar noch Immuni­tät. In Zusam­men­hang mit der Zahlung wird er aber nun der Steuer­hin­ter­zie­hung und der Geldwä­sche nach seiner Abdan­kung im Juni 2014 verdäch­tigt. Im Juni leite­te das Obers­te Gericht in Madrid Ermitt­lun­gen ein.