Scholz selbst erklär­te, er freue sich auf einen «tollen, fairen und erfolg­rei­chen Wahlkampf in einem starken Team». Präsi­di­um und Vorstand hätten ihn einstim­mig nominiert. Zuvor hatten die Funke-Medien­grup­pe und die «Bild»-Zeitung darüber berich­tet.

Die Perso­na­lie war lange vermu­tet worden — war in der Partei aber zugleich extrem umstrit­ten. «Wir wissen, dass diese Entschei­dung für einige eine unerwar­te­te Wendung darstellt», erklär­ten die Partei­chefs daher. «Wir bitten um Vertrau­en in unseren Weg. Wir sind entschie­den, diesen Weg gemein­sam zu gehen.»

Esken und Walter-Borjans galten lange als Gegner von Scholz, setzten sich im vergan­ge­nen Jahr bei der Wahl des Partei­vor­sit­zen­den auch gegen ihn durch. Seitdem habe es einen «engen Schul­ter­schluss» und eine vertrau­ens­vol­le Zusam­men­ar­beit von Partei­spit­ze, Frakti­ons­füh­rung und den sozial­de­mo­kra­ti­schen Minis­tern gegeben, erklär­ten die Partei­chefs.

«In dieser engen Zusam­men­ar­beit haben wir Olaf Scholz als einen verläss­li­chen und am Team orien­tier­ten Partner erlebt, der für sozial­de­mo­kra­ti­sche Politik für dieses Land kämpfen kann und will und der mit uns die Vision einer gerech­ten Gesell­schaft teilt.»

Scholz ist bei der Bevöl­ke­rung Umfra­gen zufol­ge der belieb­tes­te SPD-Politi­ker und hatte sich in der Corona-Krise mit beherz­tem Handeln und dem Schnü­ren milli­ar­den­schwe­rer Hilfs­pa­ke­te profi­liert. In der SPD selbst ist er aller­dings umstrit­ten — vor allem beim linken Flügel.

Zuletzt hatten sich vor allem Mitglie­der der Bundes­tags­frak­ti­on und andere SPD-Minis­ter für ihn als Kanzler­kan­di­da­ten ausge­spro­chen. Frakti­ons­chef Rolf Mützenich erklär­te nach dem Vorstands­be­schluss: «Olaf Scholz hat mit seinen großen politi­schen Erfah­run­gen in Regie­rung und Parla­ment sowie als Länder­re­gie­rungs­chef bewie­sen, dass er unser Land auch in schwie­ri­gen Zeiten führen kann.»

Mit großer Konzen­tra­ti­on und Reform­wil­len setze er die richti­gen Schwer­punk­te, damit Deutsch­land sozial gerecht und wirtschaft­lich stark bleibe. «Er ist deshalb unser Kanzler­kan­di­dat.» Die Frakti­on werde ihn mit aller Kraft und Überzeu­gung unter­stüt­zen. «Darauf ist Verlass.»