MÜNCHEN (dpa) — Alfons Schuh­beck begann als Koch und baute sich dann ein regel­rech­tes Firmen­ge­flecht auf. Inzwi­schen hat er Insol­venz angemel­det — und landet jetzt vor Gericht.

Der Münch­ner Starkoch Alfons Schuh­beck (73) muss wegen des Vorwurfs der Steuer­hin­ter­zie­hung vor Gericht. Das Landge­richt München I ließ die Ankla­ge gegen ihn zu, wie ein Gerichts­spre­cher am Donners­tag bestä­tig­te. Zuvor hatten mehre­re Medien darüber berichtet.

Schuh­becks Anwalt Sascha König wollte sich auf Anfra­ge zunächst nicht zur Eröff­nung des Haupt­ver­fah­rens äußern. Bereits zur Ankla­ge­er­he­bung im vergan­ge­nen Jahr hatte Schuh­beck nichts dazu sagen wollen.

Vor drei Jahren waren die Ermitt­lun­gen der Staats­an­walt­schaft München I wegen des Verdachts der Steuer­hin­ter­zie­hung gegen Schuh­beck bekannt gewor­den. In diesem Zusam­men­hang wurden auch seine Geschäfts­räu­me durch­sucht. «Ich werde sehr eng und sehr offen mit den Behör­den zusam­men­ar­bei­ten, um alle Vorwür­fe zu entkräf­ten», sagte der Koch damals. Er stehe «den Behör­den in allen Fragen Rede und Antwort».

Wann der Prozess begin­nen soll, war nach Gerichts­an­ga­ben zunächst noch unklar. «Termi­ne wurden bislang noch nicht bestimmt», sagte der Gerichtssprecher.

Schuh­beck ist einer der bekann­tes­ten Köche und Gastro­no­men der Republik. Er hat schon die Beatles und Charlie Chaplin bekocht, Bundes­kanz­le­rin Angela Merkel und Queen Eliza­beth II. — und immer wieder auch den FC Bayern München. Sein Name ist eine Marke. Er baute ein Firmen­ge­flecht auf mit drei Restau­rants, einem Catering-Service, einem Eissa­lon und Gewürzläden.

Im vergan­ge­nen Jahr wurde aller­dings bekannt, dass Schuh­becks Imperi­um in finan­zi­el­len Schwie­rig­kei­ten steckt. Er melde­te Insol­venz an und begrün­de­te das mit dem Ausblei­ben von Staats­hil­fen im Zuge der Corona-Pandemie.

«Nachdem die vollmun­dig angekün­dig­ten Staats­hil­fen bei mir bis heute ausge­blie­ben sind, muss ich für meine Betrie­be Insol­venz anmel­den», sagte Schuh­beck damals laut einer Mittei­lung, die überschrie­ben war mit «Das nächs­te Corona-Opfer». Bis zuletzt habe er auf staat­li­che Finanz­hil­fen gehofft und priva­te Gelder in sein Unter­neh­men gesteckt, ließ Schuh­beck damals mittei­len. «Doch jetzt ist Schluss.»

Aller­dings hatte Schuh­beck nach Infor­ma­tio­nen des Bundes­am­tes für Justiz (BFJ) seit 2017 keine Geschäfts­be­rich­te mehr veröf­fent­licht. Da dies gegen die im Handels­ge­setz­buch für mehre­re Arten von Unter­neh­men vorge­schrie­be­ne Offen­le­gungs­pflicht verstößt, leite­te die Bonner Behör­de Ordnungs­geld­ver­fah­ren ein, wie das BFJ kurz nach Bekannt­wer­den des Insol­venz­ver­fah­rens auf Anfra­ge mitteilte.

Im Bundes­an­zei­ger fehlten im Sommer die Bilan­zen der «Schuhbeck’s Holding GmbH & Co. KG» und «Schuhbeck’s Party­ser­vice GmbH und Co. KG» für die Jahre 2017, 2018 und 2019. Deswe­gen wurden Ordnungs­geld­ver­fah­ren gegen die Unter­neh­men einge­lei­tet, wie das Bundes­amt mitteilte.