BERLIN (dpa) — Seit August wird 12- bis 17-Jähri­gen in Deutsch­land eine Corona-Impfung empfoh­len. Doch noch herrsch­te Unklar­heit darüber, ob sich Kinder und Jugend­li­che auch boostern lassen sollten. Nun gibt es dazu eine Stellung­nah­me der Stiko.

Die Ständi­ge Impfkom­mis­si­on (Stiko) hat sich generell für eine Corona-Auffri­schimp­fung auch bei Kindern und Jugend­li­chen im Alter von 12 bis 17 Jahren ausgesprochen.

Das Gremi­um empfeh­le eine sogenann­te Booster­imp­fung für diese Alters­grup­pe mit dem mRNA-Impfstoff Comirn­a­ty von Biontech/Pfizer «in der alters­ent­spre­chen­den Dosie­rung» und mindes­tens drei Monate nach der voran­ge­gan­ge­nen Impfung, teilte das Robert Koch-Insti­tut (RKI)mit. Der Beschluss­ent­wurf der Empfeh­lung muss nun noch in ein sogenann­tes Stellung­nah­me­ver­fah­ren mit den Bundes­län­dern und betei­lig­ten Fachkrei­sen, ist also noch keine endgül­ti­ge Empfehlung.

Die derzei­ti­ge Lage mit den stark anstei­gen­den Fallzah­len durch die Omikron-Varian­te mache eine entspre­chen­de Auswei­tung der Impfkam­pa­gne notwen­dig, hieß es. Durch eine Auffri­schimp­fung werde der wenige Monate nach der Grund­im­mu­ni­sie­rung abneh­men­de Impfschutz wieder verbes­sert und auch die Übertra­gungs­wahr­schein­lich­keit von Corona-Infek­tio­nen reduziert.

Bislang werden Booster-Impfun­gen für Kinder und Jugend­li­che ab zwölf in den Bundes­län­dern unter­schied­lich gehand­habt. Ende Dezem­ber hatte Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lauter­bach (SPD) klarge­stellt, dass Kinder und Jugend­li­che zwischen 12 und 17 Jahren «unabhän­gig von den Empfeh­lun­gen» der Stiko grund­sätz­lich einen Anspruch auf Auffri­schimp­fun­gen hätten.

Die Stiko ist ein unabhän­gi­ges Gremi­um. Sie entwi­ckelt Impfemp­feh­lun­gen und blickt dabei auf den Nutzen für den Einzel­nen und die gesam­te Bevöl­ke­rung. Die Exper­ten werten dafür inter­na­tio­na­le Daten und Studi­en aus. Die Empfeh­lun­gen gelten als medizi­ni­scher Standard, wie es auf der Stiko-Websei­te heißt.