BERLIN (dpa) – Bislang hat die Stiko mit der Auswei­tung ihrer Impfemp­feh­lung für den zweiten Corona-Booster gezögert — doch das soll sich jetzt offen­bar ändern.

Berlin (dpa) – Die für Impfemp­feh­lun­gen in Deutsch­land zustän­di­ge Ständi­ge Impfkom­mis­si­on (Stiko) hat sich bislang nur bei wenigen Gruppen für eine zweite Corona-Auffrisch-Impfung ausge­spro­chen – jetzt steht aber eine Erwei­te­rung in Aussicht.

Nach Infor­ma­tio­nen der «Bild»-Zeitung soll eine Stiko-Empfeh­lung für einen zweiten Booster nun generell für alle Menschen ab 60 Jahren kommen. Das schrieb die «Bild» mit Berufung auf einen vertrau­li­chen Entwurf der Stiko. In der Debat­te um Corona-Schutz­re­geln für den Herbst wandte sich CDU-Chef Fried­rich Merz gegen flächen­de­cken­de Maskenpflichten.

Das Robert Koch-Insti­tut (RKI) kommen­tier­te den «Bild»-Bericht zur Auswei­tung der Stiko-Empfeh­lung zunächst nicht. Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lauter­bach (SPD) schrieb via Twitter: «Dank an die #Stiko dass jetzt die Empfeh­lung 4. Impfung für die Ü60 Gruppe kommt.» Dies sei ein «wichti­ger Schritt» in die richti­ge Richtung. Dem Bericht zufol­ge sei die Bedin­gung für die Auffrisch-Impfung ab 60, dass die erste Booster-Impfung oder die letzte Corona-Infek­ti­on mindes­tens sechs Monate her sei. Nur in Einzel­fäl­len könne der Abstand auf vier Monate reduziert werden.

Bislang hatte die Stiko den zweiten Booster nur Menschen ab 70 Jahren, Menschen in Pflege­ein­rich­tun­gen, Menschen mit Immun­schwä­che und erhöh­tem Risiko für schwe­re Covid-19-Verläu­fe ab fünf Jahren sowie Beschäf­tig­ten in medizi­ni­schen Einrich­tun­gen und Pflege­ein­rich­tun­gen empfoh­len. Der «Bild» zufol­ge können die Länder nun noch über den Stiko-Entwurf diskutieren.

Die EU-Behör­den ECDC und EMA hatten die Mitglieds­staa­ten zuvor bereits aufge­ru­fen, zweite Booster ab 60 Jahren anzubie­ten. Auch Lauter­bach hatte einen zweiten Booster für breite­re Bevöl­ke­rungs­grup­pen schon wieder­holt ins Gespräch gebracht. Menschen über 60 sollten nicht auf den angepass­ten Omikron-Impfstoff warten, beton­te er in seinem Tweet. «Jetzt ist das Risiko schon da. Vorhan­de­ne Impfstof­fe schüt­zen vor schwe­rem Verlauf», so Lauterbach.

Bayerns Gesund­heits­mi­nis­ter Klaus Holet­schek (CSU) sagte zu den neuen Stiko-Impfemp­feh­lun­gen laut Mittei­lung, wenn sie wie berich­tet kämen, sei das «eine gute Nachricht». Auch Andre­as Gassen, Chef der Kassen­ärzt­li­chen Bundes­ver­ei­ni­gung, begrüß­te gegen­über der Düssel­dor­fer Rheini­schen Post (D