Ein Stück Norma­li­tät im DFB-Pokal. In Rostock und Chemnitz jubeln auf den Tribü­nen Tausen­de Fans. Sport­lich sind die Bundes­li­gis­ten nich überall überle­gen, nur Bayer Lever­ku­sen hat überhaupt keine Mühe.

Bundes­li­ga-Aufstei­ger VfB Stutt­gart hat am Sonntag das Erstrun­den­spiel vor 7500 Zuschau­ern beim Dritt­li­gis­ten Hansa Rostock mit 1:0 (1:0) gewon­nen. Bayer Lever­ku­sen hatte gegen Regio­nal­li­gist Eintracht Norder­stedt beim 7:0 (6:0) überhaupt keine Mühe.

Die Bayer-Partie war wie etliche andere Spiele von Amateur­ver­ei­nen wegen der Corona-Vorga­ben ins Stadi­on des Erstli­gis­ten verlegt worden. Die Sensa­ti­on rückte so in noch weite­re Ferne. Schon am Samstag setzten sich alle Bundes­li­gis­ten durch, am Freitag war einzig Hertha BSC beim Zweit­li­gis­ten Eintracht Braun­schweig ausge­schie­den — eher eine Überra­schung als Sensa­ti­on.

Erstaun­lich war auch der 2:0‑Sieg von Regio­nal­li­gist SSV Ulm gegen Zweit­li­gist Erzge­bir­ge Aue am Samstag. Am Sonntag düpier­te Viert­li­gist SV Elvers­berg den Zweit­li­gis­ten FC St. Pauli mit 4:2 (2:1). In Kiel setzte sich Paulis Ligari­va­le Holstein Kiel gegen Oberli­gist 1.FC Rielasin­gen-Arlen mit 7:1 (5:1) durch. Regio­nal­li­gist SC Wieden­brück verlor gegen Zweit­li­gist SC Pader­born in Güters­loh mit 0:5 (0:3). Der TSV Stein­bach, ebenfalls in der 4. Liga aktiv, unter­lag gegen Zweit­li­gist SV Sandhau­sen mit 1:2 (1:2).

Die Fans vor allem in Rostock und Chemnitz — in den anderen Stadi­en waren höchs­tens wenige Hundert erlaubt — sorgten nach monate­lan­ger Corona-Pause für Gänse­haut-Atmosphä­re. Rostocks Sport­vor­stand Martin Piecken­ha­gen bezeich­ne­te das Spiel vor dem Anpfiff als «Riesen­chan­ce» für den Fußball. «Das ist eine sehr, sehr große Heraus­for­de­rung mit dem, auf was wir alles achten müssen. Wir hoffen, dass wir das Ostsee­sta­di­on irgend­wann wieder voll haben. Das ist der erste Schritt», sagte der frühe­re Profi.

Am Samstag blieben den Amateu­ren meist nur kurzwei­li­ge Glücks­ge­füh­le. Regio­nal­li­gist FSV Union Fürsten­wal­de führte in der Anfangs­pha­se beim VfL Wolfs­burg — und verlor doch deutlich mit 1:4. «Wir hätten uns gewünscht, dass wir wirklich zuhau­se gespielt hätten. Das sind die Spiele, in denen die Zuschau­er, die Emotio­nen mit reinbrin­gen», sagte Trainer Matthi­as Maucksch. Viert­li­gist VSG Altglie­ni­cke war nicht so schlecht, wie das 0:6‑Ergebnis beim 1. FC Köln vermu­ten ließ. «Wir hatten nicht gedacht, dass wir sechs Dinger bekom­men, ehrlich gesagt», sagte Offen­siv­spie­ler Linus Meyer

Oberli­gis­ten SV Todes­fel­de spielt am Samstag im eigenen Stadi­on, die Kosten dafür betru­gen 40.000 Euro. Aber auch mit Heimvor­teil verlor der TSV mit 0:1 gegen Zweit­li­gist VfL Osnabrück. Aber: «Am Ende überwiegt der Stolz. Wir wollten gerade unseren vielen ehren­amt­li­chen Helfern mit einem tollen Spiel danke sagen. Ich glaube, das ist uns gelun­gen», sagte Kapitän Luca Sixtus.