BIBERACH – Der DRK-Kreis­ver­band Biber­ach engagiert sich aktuell, die Ausstat­tung des Teams der Lebens­ret­ter auszu­bau­en. In diesem Zuge wurden 111 Einsatz­ruck­sä­cke an die Ehren­amt­li­chen überge­ben. Ziel ist es, das System noch flächen­de­cken­der im Landkreis auszubauen. 

Seit zwei Jahren gibt es das „Team der Lebens­ret­ter“ im Landkreis Biber­ach. Mittels eines App-basier­ten Systems können Rettungs­leit­stel­len bei einem Herz-Kreis­lauf-Still­stand oder bei Bewusst­lo­sig­keit regis­trier­te Ersthel­fer in der Nähe eines Notfalls über das Smart­pho­ne alarmie­ren. Die ehren­amt­li­chen Retter begin­nen dann bereits mit der Herzdruck­mas­sa­ge, Beatmung oder Defibril­la­ti­on bis die Rettungs­kräf­te eintref­fen. „Wird das thera­pie­freie Inter­vall verkürzt und die Wieder­be­le­bung inner­halb der ersten vier Minuten gestar­tet, liegt die Überle­bens­chan­ce bei 50 Prozent“, sagt Micha­el Mutsch­ler, Geschäfts­füh­rer Rettungs­dienst beim DRK-Kreisverband.

Drei Ersthel­fer werden gleich­zei­tig alarmiert: Derje­ni­ge, der sich am nächs­ten am Notfall­ort befin­det, beginnt mit der Wieder­be­le­bung, eine zweite Person unter­stützt dabei. Ein dritter Ersthel­fer wird zum nächs­ten Defibril­la­tor navigiert, um diesen zum Notfall­ort zu bringen. „Unser Ziel ist es aktuell, möglichst noch mehr Ersthel­fer für das Team der Lebens­ret­ter zu gewin­nen, sodass die Menschen im Landkreis bestmög­lich versorgt sind“, so Mutschler. 

Im Landkreis Biber­ach läuft das System seit 2020, wobei die Kosten der Alarmie­rung und Imple­men­tie­rung sowie die Folge­kos­ten vom DRK-Kreis­ver­band übernom­men wurden und werden. Aktuell sind 168 Ehren­amt­li­che regis­triert und es gibt insge­samt 120 öffent­lich zugäng­li­che Stand­or­te für Defibril­la­to­ren (AEDs), die die Helfer nutzen können. 

Damit die Ersthel­fer einsatz­fä­hig sind, hat das DRK Biber­ach jetzt mit Hilfe des Vereins „Region der Lebens­ret­ter e.V.“ und unter­stützt durch Zuschüs­se vom Land Baden-Württem­berg Ausstat­tung für die Ehren­amt­li­chen im Wert von insge­samt 12.000 Euro beschafft. Durch die Förde­rung war es unter anderem möglich, 111 Einsatz­ruck­sä­cke an die Ehren­amt­li­chen auszugeben. 

„Zusam­men mit der Firma PAX haben wir einen Rucksack mit Schutz­aus­rüs­tung entwi­ckelt, der spezi­ell auf die Einsatz-Erfor­der­nis­se der Ersthel­fer bei Herz-Kreis­lauf-Still­stän­den, auch unter Pande­mie­be­din­gun­gen angepasst ist“, sagt Dr. Judith Joos, Geschäfts­füh­re­rin der Region der Lebens­ret­ter e.V. aus Freiburg. Der Rucksack enthält unter anderem Schutz­mas­ken, Schutz­kit­tel, Handschu­he, eine Beatmungs­beu­tel und eine Warnweste.

In Baden-Württem­berg sind ehren­amt­li­che und haupt­amt­li­che Mitar­bei­ter die Kreis­ver­bän­de Aalen, Schwä­bisch Gmünd, Heiden­heim, Rems-Burr, Biber­ach und Ulm beim Team der Lebens­ret­ter dabei. Gesucht werden weiter­hin vor allem Mitar­bei­ter aus Klini­ken, Arztpra­xen oder Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen, die sich ehren­amt­lich engagie­ren wollen. Weite­re Infor­ma­tio­nen finden Inter­es­sier­te hier: https://www.drk-bc.de/angebote/bevoelkerungsschutz-und-rettung/team-der-lebensretter.html