RAVENSBURG — Auch im dritten Aufein­an­der­tref­fen boten sich Ravens­burg und Heilbronn ein hochklas­si­ges Duell. Diesmal gingen alle Punkte aller­dings an die Towerstars, die im zweiten Spiel­ab­schnitt ihren selbst­be­wuss­ten Auftritt in Tore ummünz­ten und dann nicht mehr vom erfolg­rei­chen Weg abzubrin­gen waren.

Die ersten rund fünf Minuten gehör­ten den Towerstars, welche die Schei­be schnell durch die neutra­le Zone brach­ten und Ilya Andryuk­hov im Falken Gehäu­se mehrfach prüften. Die Chancen­ver­hält­nis­se wechsel­ten dann verstärk­ter in Richtung der Gäste. Grund hierfür war unter anderem, dass das Heilbron­ner Vorche­cking deutlich näher an der Ravens­bur­ger Zone starte­te und die Oberschwa­ben schon beim Spiel­auf­bau unter Druck gesetzt wurden.

Die takti­schen Anpas­sun­gen auf beiden Seiten sorgten ab der zweiten Hälfte des Start­ab­schnitts für noch mehr hochka­rä­ti­ge Möglich­kei­ten. Bei den Towerstars vergab beispiels­wei­se Andre­as Driendl in der 13. Minute. Er wurde blitz­sauber im Slot freige­spielt, schei­ter­te beim anschlie­ßen­den Allein­gang aller­dings am Falken-Keeper. Pech hatte dreiein­halb Minuten später der Ingol­städ­ter Förder­li­zenz­spie­ler Simon Gnyp. Er hatte viel Zeit um aus der Halbdi­stanz Maß zu nehmen, sein Schuss knall­te leider nur an den linken Pfosten. Auch Heilbronn hatte hochka­rä­ti­ge Chancen auf die Führung. So konnte Judd Black­wa­ter zwei Minuten vor der ersten Pause frei auf das Ravens­bur­ger Tor ziehen, doch auch Jonas Langmann erwies sich als Meister seines Fachs.

Im zweiten Spiel­ab­schnitt wurde mehr und mehr deutlich, dass sich die Towerstars noch besser auf die gegne­ri­sche Spiel­wei­se einge­stellt hatten. Die Chancen­dich­te der Gastge­ber stieg und Ilya Andryuk­hov bekam von Minute zu Minute mehr Arbeit auf seinen Kasten. In der 30. Minute hatte das Spiel­ge­rät aller­dings wieder mehr Präsenz im Ravens­bur­ger Drittel. Grund hierfür war eine Straf­zeit gegen Denis Pfaffen­gut. Die Towerstars wehrten sich jedoch erfolg­reich gegen die numeri­sche Überzahl der Gäste und warfen sich beherzt in die gegne­ri­schen Schüs­se. Daraus resul­tier­te Selbst­ver­trau­en für die Folge­mi­nu­ten. 13 Minuten waren gespielt, als der punkt­bes­te DEL2 Vertei­di­ger James Bettau­er den Puck aus halbrech­ter Positi­on zum 1:0 ins rechte Eck hämmerte.

Auch die Folge­sze­nen gehör­ten den Towerstars. Inner­halb einer halben Minute schei­ter­ten Martin Hlozek und Sam Herr aus vielver­spre­chen­den Positio­nen. Sekun­den später aber schal­te­te sich Vertei­di­ger Florin Kette­rer im exakten Moment in den Angriff mit ein und überwand Andryuk­hov zum 2:0. Mit dieser clever heraus­ge­spiel­ten Führung ging es in die zweite Pause.

Die Frage, ob Heilbronn die Partie wie schon eine Woche zuvor nochmals drehen könnte, wurde nach knapp zwei Minuten nachhal­tig beant­wor­tet. Robbie Czarnik brach auf linker Positi­on durch und überrasch­te anschlie­ßend den Falken Schluss­mann mit einem ansatz­lo­sen Rückhand­schlen­zer aus spitzem Winkel zum 3:0. Als drei Minuten später Josh MacDo­nald den vierten Treffer am rechten Pfosten folgen ließ, war die Partie durch. Zwar sorgten die Gäste durch einen platzier­ten Schuss von Julian Lauten­schla­ger in der 53. Minute nochmals für ein Lebens­zei­chen, doch Julian Eichin­ger besei­tig­te 31 Sekun­den später mit dem 5:1 alle Zweifel.

„Ich bin wirklich stolz, diese Mannschaft trainie­ren zu dürfen“, sagte ein hochzu­frie­de­ner Towerstars Trainer Peter Russell nach dem Spiel. Als heraus­ra­gend sah er neben der Torhü­ter­leis­tung auch die takti­sche Diszi­plin und menta­le Stärke als Vater des Erfolgs.
Die Towerstars stehen nach dem zehnten Sieg aus den letzten elf Spielen weiter­hin an der Tabel­len­spit­ze. Gefolgt von den Löwen Frank­furt, die drei Punkte weniger auf dem Konto haben.